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Umbau des Brauneck-Hotels: Sackgasse statt Durchgangsverkehr

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Die momentane Verbindung zwischen Münchner Straße und Urtlmühlweg, die durch das Hotelgelände führt, soll zur Sackgasse mit Wendehammer werden. Spa-Bereich und Skybar auf dem Dach
Die momentane Verbindung zwischen Münchner Straße und Urtlmühlweg, die durch das Hotelgelände führt, soll zur Sackgasse mit Wendehammer werden. Spa-Bereich und Skybar auf dem Dach © Arp

Für den umfangreichen Umbau des Brauneck-Hotels in Lenggries ist eine Änderung des Bebauungsplan von Nöten. Damit befasste sich jüngst der Gemeinderat.

Lenggries – Große Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: Nach dem Verkauf des Brauneck-Hotels durch die Münchner Blue Lion GmbH (wir berichteten) planen die neuen Eigentümer um den Lenggrieser Investor Christoph Hertwig umfangreiche Sanierungen des 50 Jahre alten Hotels. Dafür ist auch eine Änderung des Bebauungsplans notwendig. Mit dieser Thematik befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Im Zuge des Umbaus soll unter anderem die Verkehrssituation besser gelöst werden. Momentan führt eine mehr oder minder öffentliche Straße über das Gelände, die Münchner Straße und Urtlmühlweg verbindet, gleichzeitig aber das Hotelhauptgebäude von den Seminarräumen im „Creaktivum“ trennt. Das soll sich ändern: Die Zufahrt wird dann zur Sackgasse, die in einem Wendehammer endet. Vorsorglich wurde hier schon einmal untersucht, ob dies Auswirkungen auf die Verkehrssituation rundherum haben wird. Hat sie nicht, wie Bauamtsleiter Ronny Bousseljot in der Sitzung erläuterte. „Es bringt keine Nachteile für den Verkehr“ – zumal Fußgänger und Radfahrer weiterhin das Gelände passieren könnten.

Apropos Radfahrer: Hier hatte Sabine Gerg (SPD) noch etwas Interessantes im Plan ausgemacht: Einen Radtunnel, der vom Radweg unter der Bahnlinie hindurch zum Hotel führt. „Wird der öffentlich nutzbar sein?“, fragte sie. „Ja“, antwortete Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG). Allerdings sei noch offen, ob die Unterführung wirklich gebaut wird. „Das muss erst einmal mit der Bahn geklärt werden.“ Und das könne dauern, bestätigt Christoph Hertwig auf Anfrage, „aber wir verhandeln“.

Spa-Bereich und Skybar auf dem Dach

Ansonsten hält sich der Lenggrieser Unternehmer noch recht bedeckt, was die Umbaupläne anbelangt. Allerdings nur, weil der künftige Betreiber noch nicht feststeht, der bei der Neugestaltung natürlich eingebunden werden müsse. Man sei aber „in konkreten Gesprächen“, sagt Hertwig. Tatsächlich habe es mehr Interesse an dem Hotel gegeben als erwartet, und es seien auch wirklich namhafte Betreiber darunter. „Wir brauchen aber jemanden, der zu Lenggries passt“, sagt er. „Es läuft aber alles sehr, sehr positiv.“

Sicher ist im Moment, dass am 30. November für die Arabella Hotel Betriebs GmbH Schluss ist. Das Angebot, das Hotel auch nach dem Verkauf durch die Münchner Blue Lion GmbH – beide gehören zur Schörghuber-Gruppe – weiter zu betreiben, sei abgelehnt worden, sagt Hertwig. „Das ist schade, nach dem Verkauf vielleicht aber auch verständlich.“ Geplant ist dann auch, das Hotel für den Umbau zu schließen. „Aber natürlich machen wir das erst, wenn wir einen unterschriebenen Pachtvertrag haben.“ Und natürlich muss bis dahin das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen, die Baugenehmigung erteilt sein. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, sagt Hertwig.

Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben

Um möglichst für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, wurde nicht nur die Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben. Ein Biologe wurde zudem mit der Aufnahme der Flora und Fauna beauftragt, um schon mal auszuloten, welche Naturschutzauflagen kommen könnten. Und auch ein Schallschutzgutachten wird vorbereitet.

Ein klein wenig gibt Hertwig aber doch Einblick in die Pläne. Wo jetzt der Parkplatz vor der Rezeption ist, könnte sich ein Biergarten gut machen. Das Restaurant soll vergrößert und im Zwischenbau zwischen Hotel und einem zeitgemäßen Personalwohnheim untergebracht werden. Durch die Entsiegelung der Straße würde mehr Grün auf dem Gelände entstehen. Vorstellen kann sich Hertwig auch statt der jetzigen Sauna im Keller einen moderneren Spa-Bereich, der auch mit Tageskarte von externen Besuchern genutzt werden könnte, „und eine Skybar auf dem Dach“. Sofern das alles ins Konzept des künftigen Betreibers passe, bremst Hertwig zu große Erwartungen.

An den Einsprüchen des Gemeinderats dürfte das Projekt jedenfalls nicht scheitern. „Es ist nur zu begrüßen, dass das Hotel eine Attraktivitätssteigerung erfährt“, sagte CSU-Fraktionschef Josef Wasensteiner. Der Vorentwurf des Bebauungsplans wurde einstimmig gebilligt. Nun erfolgt die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Fachbehörden.

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