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Enttäuscht: Katharina und Max Pröbster können nicht verstehen, warum der Skiclub auf diese Weise gegen sie vorgeht.

Zerwürfnis

„Eine Riesenschweinerei“: Skiclub Lenggries wirft früheres Talent wegen unehrenhaften Verhaltens raus

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Katharina Pröbster war vor wenigen Jahren eines der Aushängeschilder des Skiclubs Lenggries. Jetzt ist alles anders! 

Lenggries – Der Skiclub Lenggries ist ein Aushängeschild der Gemeinde. Sportstars wie Martina Ertl-Renz stammen aus der erfolgreichen Kaderschmiede. Als großes Talent galt auch Katharina Pröbster (“Die Entdeckung der Saison“, Tölzer Kurier-Artikel von 2011) Nach einer Knieverletzung beendete die damals 17-Jährige allerdings 2013 ihre Renn-Karriere. „Eine der größten Nachwuchssportlerinnen“ nannte sie der SC damals in einem Artikel auf seiner Homepage. Nach ihrer aktiven Zeit blieb Pröbster dem Verein als Trainerin erhalten und wurde 2016 sogar alpine Jugendsportwartin.

Vorwurf: Vereinsschädigendes Verhalten

Dann kam es zum Zerwürfnis. In der Folge erhielten sie und ihr Bruder Max (23) Hangverbot am vereinseigenen Weltcuphang. Vor wenigen Tagen beschloss die Vorstandschaft des Skiclubs zudem, sie aus dem Verein auszuschließen. „Vereinsschädigendes, grob unsportliches und unehrenhaftes Verhalten“ wird den Geschwistern vorgeworfen. „Eine Riesenschweinerei“ nennt das Mutter Martina Pröbster. „Es ist, als hätte ich zwei Schwerverbrecher zu Hause sitzen.“ Da sei immer von sportlicher Fairness die Rede, „und dann wird hier übelst nachtarockt“.

Den Grund für das Zerwürfnis zwischen den Pröbsters und der Vorstandschaft des Skiclubs zu benennen, ist schwierig. Zu sehr würde das Öffentlichmachen in die Persönlichkeitsrechte eines Dritten eingreifen. Nur so viel: Katharina Pröbster, die als Jugendleiterin auch für die Einteilung der Trainer im Jugendbereich verantwortlich war, hatte schwere Bedenken bei der Besetzung eines Postens. Sie befürchtete, dass der Übungsleiter überfordert sein könnte – zu Lasten der Kinder. Sie schlug daher vor, ihn bei einem weniger betreuungsintensiven Team einzusetzen. „Ich habe ein offenes Gespräch mit ihm geführt, weil wir ja eine gute Lösung für alle wollten“, erinnert sich die 21-Jährige zurück. Letztlich habe der Trainer aber die Vorstandschaft auf seine Seite gebracht, die sei ihr in den Rücken gefallen und habe sie schließlich bei der Besetzungsentscheidung übergangen, schildert Katharina Pröbster.

„Ich dachte, wir setzen uns zusammen und reden das aus“

In den Wochen danach zog sich die Lenggrieserin zurück, trainierte zwar weiter ihr Team, ging aber nicht mehr zu den Vorstandssitzungen. „Irgendwann habe ich mir dann gedacht, das kann’s ja jetzt auch nicht sein und dann doch das Gespräch gesucht“, sagt Katharina Pröbster. Die Versuche seien aber – bis auf eine lautstarke Auseinandersetzung – gescheitert. Als die ganze Situation für sie „einfach zu belastend“ wurde, legte sie Ende 2016 schließlich in einer Sitzung ihre Ämter als Jugendwartin und Trainerin nieder. „Dabei hatte ich gehofft, wir setzen uns zusammen und reden das aus“, sagt sie, und die bittere Enttäuschung ist ihr immer noch anzumerken.

„Wenn du jetzt gehst, hast du Hangverbot“

Ihr Bruder solidarisierte sich mit ihr und folgte in derselben Sitzung ihrem Beispiel. „Da wurde dann gesagt: ,Wenn du jetzt gehst, hast du Hangverbot‘“, sagt Katharina Pröbster.

Aus dem Verein traten beide allerdings trotz der Querelen nicht aus. „Ich habe ja nichts gegen den Verein und nichts gegen die Kinder, die ich gerne unterstützen möchte“, sagt Katharina Pröbster. Vom Skifahren oder Trainieren wollte sie allerdings erst einmal nichts mehr wissen. Doch als wenig später der Förderverein Tegernseer Tal anklopfte und anfragte, ob ihr Bruder und sie nicht am Sonnenbichl Teams trainieren wollten, hatte sie längst die alte Leidenschaft wieder gepackt.

Alles war gut – bis Januar 2018. Max Pröbster wollte mit seiner Mannschaft zum Trainieren an den SC-eigenen Weltcuphang kommen. Es gibt eine Kooperation mit dem Sonnenbichl, der es den Kindern ermöglicht, zu günstigen Konditionen am jeweils anderen Hang zu trainieren. Da er und seine Schwester außerdem nach wie vor Mitglied im SC waren, dachten sie, die Buchung wäre kein Problem. Doch am 3. Januar teilte SC-Vorsitzender Karl Gerg „im Namen der gesamten Vorstandschaft“ dem Tegernseer Förderverein mit, dass die Geschwister Pröbster mit einem Hangverbot belegt seien. Weder zum Training noch als Rennbegleitung ihrer Mannschaft dürften sie sich dort aufhalten. „Wie stellt sich der Skiclub das vor, wenn wir als Trainer unsere Kinder nicht begleiten und betreuen dürfen?“, fragt Katharina Pröbster. Die Konsequenz: Das Team des Fördervereins meldete sich vom ersten Rennen der Saison am Weltcuphang am 6. Januar ab und fuhr stattdessen ein Rennen in Fügen.

Was bleibt ist Bitterkeit

Beim Hangverbot beließ es der SC Lenggries nicht: Am 2. Januar 2018 beschloss der Vorstand den Vereinsausschluss der Geschwister – vermutlich um das Hangverbot auch wirklich durchsetzen zu können. Wenig später teilte man den beiden das per Einschreiben mit.

Was bei Familie Pröbster bleibt, ist Bitterkeit. Jahrelang habe man ehrenamtliche Helferdienste übernommen, habe „sich engagiert und bei Rennen auch auf internationaler Ebene, die Fahne für den Verein hochgehalten“, sagt Mutter Martina. Die Kinder seien seit ihrem vierten beziehungsweise sechsten Lebensjahr Mitglieder gewesen. „Was hier passiert, check’ ich einfach nicht mehr.“

Knappe Stellungnahme vom Skiclub

Da jede Geschichte in der Regel zwei Seiten hat, hat der Tölzer Kurier natürlich auch den Skiclub um eine Stellungnahme gebeten. Die fällt kurz aus. Man stehe zu der Entscheidung. Nähere Erläuterungen, woran man das „unehrenhafte, grob unsportliche und vereinsschädigende“ Verhalten festmacht, gibt es nicht. Den Vorwurf von Martina Pröbster, dass man über ein Jahr nach dem eigentlichen Zerwürfnis nun „nachtarocke“, will Vorsitzender Karl Gerg aber so nicht gelten lassen. „Haus- und Hangverbot wurden damals sofort ausgesprochen.“ Was ihm wichtig ist: „Es war eine Entscheidung der gesamten Vorstandschaft.“ Konsequenzen für die Teams vom Sonnenbichl habe das nicht. „Alle Athleten dürfen kommen und sind uns willkommen.“

Ob Pröbsters den verhängten Vereinsausschluss einfach so hinnehmen werden, wird sich zeigen. Sie holen zurzeit anwaltlichen Rat ein.

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