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Unwetterwarnung fürs Tölzer Land

Dauerregen: Doch am Sylvenstein ist "alles im grünen Bereich"

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Lenggries - Der Deutsche Wetterdienst warnt vor ergiebigem Dauerregen im Tölzer Land. Bei den ersten werden Erinnerungen an das Pfingsthochwasser 1999 wach. Damals war die Situation ähnlich - und doch ganz anders.

Die Wetterwarnung gilt seit Donnerstag, 15 Uhr. Bis Samstagnachmittag können im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bis zu 80 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen, warnt der Deutsche Wetterdienst. 

Ähnlich war das zu Pfingsten 1999: Am 22. und 23. Mai 1999 gingen im Isarwinkel und im Loisachtal die Welt unter. Nach rund 48 Stunden Starkregen stand den Menschen das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Mehr als 800 Helfer von Feuerwehr und THW waren überall dort im Einsatz, wo der Durchbruch von Isar und Loisach drohte. Die gröbste Last an der Isar fing auch damals der Sylvensteindamm ab, der Speichersee gab viele Stunden kaum Wasser ab. Dennoch rauschten 440 Kubikmeter pro Sekunde in der Spitze durch Bad Tölz. Normal sind im Sommer gut 20 Kubikmeter.

Zum Vergleich: So (re.) sah der Sylvenstein im Juni 2013 aus. Links ist der Normalzustand zu sehen.

Der Seespiegel lag am Ende bei 762,85 über Meereshöhe. Normal sind knapp 13 Meter weniger. Das entspricht rund 60 Millionen Kubikmetern Wasser. Voller war der Stausee nur im Juni 2013, als der Sylvenstein die Unterlieger vor einem Hochwasser bewahrte, während Niederbayern in den Fluten versank.

Von all dem ist man im Moment weit entfernt. Tobias Lang, am Wasserwirtschaftsamt Weilheim zuständig für den Stausee, ist entspannt. Ja, es werde regnen, teilweise auch intensiv. Allerdings werde ein Teil des Niederschlags wohl als Schnee runterkommen. „Das alles wird nicht zu einem Pfingsthochwasser führen“, sagt Lang. „Eigentlich ist das eine typische Frühlingswetterlage.“

Am Sylvenstein sei „alles im grünen Bereich“ betont Lang. Der Seespiegel liegt derzeit bei 750 Metern – die normale Sommerstauhöhe. „Wir nehmen auch keine Vorentlastung vor“, sagt der Wasserexperte. Sprich: Die Abgabe wird nicht deutlich erhöht, um mehr Kapazitäten im Speichersee zu schaffen. Die Mengen, die an die Isar abgegeben werden, wurden gestern lediglich leicht erhöht: Statt 14 strömten 20 Kubikmeter pro Sekunde Richtung Tölz. Das ist kein Problem für die Kraftwerke. Der Zufluss zum Sylvenstein war gestern Nachmittag auch noch überschaubar: Rund 15 Kubikmeter Wasser strömten pro Sekunde in den See.

Pfingsthochwasser 1999 im Tölzer Land

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