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Strahlte mit der Sonne um die Wette: Der Abitur-Jahrgang 2017 des St.-Ursula-Gymnasiums Lenggries. 

Abiturfeier

„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor“

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Im St.-Ursula-Gymnasium Lenggries wurde am Freitag ein ganz besonderer Jahrgang verabschiedet.  Und das nicht nur, weil die Hohenburger Abiturienten einmal mehr zu den besten in ganz Bayern zählen.

Lenggries – Diesen Jahrgang kann man guten Gewissens auf die Menschheit loslassen. Das sagte Schulleiter Christoph Beck mit einem Augenzwinkern bei der Verabschiedung der Abiturientinnen. Nicht nur, dass der Notendurchschnitt der 47 Absolventinnen des St.-Ursula-Gymnasiums Lenggries mit 2,06 wieder einmal zu den besseren in Bayern gehört. Auch im sozialen Bereich stellte Beck seinen Schülerinnen ein hervorragendes Zeugnis aus.

Einige der Mädchen schufen in ihrer Schulzeit sogar „etwas in Deutschland noch nie Dagewesenes“, betonte Beck mit Blick auf den „Ökologischen Fußabdruck“. Dabei handelt es sich um ein begehbares Buchenhecken-Labyrinth in Form eines Fußes. Für das Projekt wurden die Teilnehmer des P-Seminars mit dem Deutschen Klimapreis ausgezeichnet. Außerdem gründeten einige Mädchen die „AG Mensch“. Mit dieser Arbeitsgruppe setzten sie sich für Bürger in der Region ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Viele engagierten sich auch bei „Mädchen für Migranten“. Beck gab zu: „Ihr seid nicht spurlos an mir vorübergegangen, ihr habt mich geprägt.“

Auch umgekehrt war das Wohlwollen gegenüber dem Schulleiter, den Lehrern und den Mitarbeitern groß – allen voran Sekretärin Annemarie Huber. Trotzdem war den Abschluss-Rednerinnen Elena Fleischer und Patricia Weidinger noch immer nicht ganz klar, welchen praktischen Nutzen sie beispielsweise aus der Lektüre von „Faust“ hätten ziehen sollen. Dabei gaben sie sich die Antwort quasi selbst: Als Einstieg für ihre Rede änderten sie eines der berühmtesten Zitate aus der Tragödie ab und erzielten etliche Lacher, als Fleischer ins Mikro stöhnte: „Habe nun, ach! Physik, Mathematik und Latein – und leider auch Deutsch – durchaus studiert, mit heißem Bemüh’n. Doch da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“

Dass diese Behauptung nicht ganz ernst gemeint sein konnte, bewies der Umstand, dass 20 der 47 Abiturientinnen eine Eins vor dem Komma stehen haben. Vier Absolventinnen schafften sogar eine 1,0 (siehe unten). „Idealere Voraussetzungen gibt es wohl nicht“, sagte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl. Wie Schulleiter Beck forderte er die Absolventinnen auf, den Kontakt zu ihren Wurzeln und ihrer Heimat nie zu verlieren.

Das scheinen die Abiturientinnen auch nicht vorzuhaben: Weidinger betonte , dass wohl niemand die „Wahnsinnszeit“ in Hohenburg je vergessen wird. In diesem Sinne zitierte die Abiturientin Konrad Adenauer, der einst sagte: „Man muss das Gestern kennen, man muss auch an das Gestern denken, wenn man das Morgen gut und dauerhaft gestalten will.“ 

Die Absolventinnen: 

Cara Andrae, Veronika Bauer, Laura Beggel, Maria Bergmann (1,1), Monika Brandstetter, Alina Buisson, Cagla Dayangan, Marie Deger, Deborah Drews, Andrea Engelmann, Elena Fleischer, Paula Gerbig (1,0), Emily Grigoleit, Anna Grobauer, Sarah Huber, Melanie Ibelherr, Isabelle Johann, Alina Kaltenbach, Anna Kinshofer, Margret Knabl, Sophie Knoll (1,0), Sina Köstler (1,4), Ines Liehr (1,1), Hannah Lieske, Julia Meixner, Gloria Meuer, Martine Monien, Johanna Mürnseer, Cynthia Nelson, Elif Öztemur (1,3), Julia Pawelczyk, Marion Poschenrieder (1,4), Sophia Pustet (1,0), Regina Schauer, Sarah Schlager, Elisabeth Schmid (1,0), Lorraine Spatz, Julia Steinhart, Regina Thurnhuber, Elica Vogt , Jacqueline Weidinger (1,4), Patrizia Weidinger, Sarah Weindl, Heidi Wirtz, Sarah Wohlgemuth, Karin Wolf, Lisa-Marie Zeller.

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