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Volle Hütte gegen Mobilfunk

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Symbolbild © dpa / Sina Schuldt

Mehr als 60 Menschen wollten sich über die möglichen Gefahren des neuen Mobilfunk-Standards informieren. Hintergrund ist der mögliche Antennen-Standort im Lenggrieser Ortsteil Fleck.

Lenggries – Welche Gefahren birgt die Mobilfunkstrahlung, mit der das 5G-Netz betrieben werden soll? Durch welche rechtlichen Beschränkungen werden die Menschen vor diesen Risiken geschützt? Was kann ich individuell tun, um mich zu schützen? Unter anderem zur Klärung dieser Fragen nahmen am Freitag im Lenggrieser „Wieserwirt“ mehr als 60 Menschen an einer Informationsveranstaltung der Gruppe „Stoppt 5G“ teil.

„Der Hintergrund unseres Widerstandes ist die Aufstellung einer 5G-Antenne in Fleck“, berichtete Heiner Schwab, einer der Köpfe der Gruppe. „Wir wollen nicht länger zusehen, wie eine Technologie mitten in Fleck und mit der Zeit wohl überall aufgebaut wird, von der nicht erwiesen ist, dass sie gesundheitlich einwandfrei ist“, sagte er. „Deshalb haben wir zuerst in Fleck mit einer Unterschriftenliste angefangen.“ Der Zuspruch, der ihnen entgegengebracht wurde, habe die Aktivisten motiviert, den Informationsabend für ganz Lenggries zu organisieren.

Dabei sollte der Baubiologe Dieter Kugler die nötigen Informationen beisteuern. „Es gibt verschiedene Hinweise, dass die im Mobilfunk eingesetzten Wellen unter anderem Krebs, Schlafstörungen und Kopfprobleme fördern“, behauptete der Heilbrunner. „Dazu kommt, dass in Deutschland die Maximalwerte für Strahlungsbelastung im internationalen Vergleich unter den höchsten sind. So dürfe ein Mensch in Frankreich nur mit einem Bruchteil dessen bestrahlt werden, was in Deutschland „vollkommen legal“ sei.

Diese angeblich überhöhte Festsetzung wird von der Bundesregierung damit begründet, dass physikalisch keine Schädigung des mit Wellen entsprechender Frequenz bestrahlten Menschen möglich sei und es auch keine verifizierte Studie gäbe, die gesundheitliche Auswirkungen feststellt.

Kugler: „Müssen junge Generation vor den Gefahren der Strahlung schützen“

Kugler zufolge deuten aber trotzdem einige seiner eigenen Beobachtungen wie auch der einiger anderer darauf hin, dass viele Menschen mit verschiedensten gesundheitlichen Folgen der Bestrahlung aufgrund der kabellosen Datenübertragung zu kämpfen hätten. „Vor diesen Gefahren müssen wir vor allem die junge Generation schützen, die wegen des Wachstums noch nicht so resistent ist“, forderte Kugler. „Deshalb sollten wir auch davon Abstand nehmen, 5G-fähige Mobilfunkantennen auf Schulen, Kindergärten oder Universitäten aufzustellen. Und auch die Platzierung mitten in einem Wohngebiet birgt Risiken für das gesunde Aufwachsen von Kindern.“

Der Lenggrieser Zweig der überregionalen Bewegung „Stoppt 5G“ verfolgte nach Schwab mit dem Abend einerseits den Zweck, über die mit 5G verbundenen Gefahren sowie den sicheren Umgang mit Mobilfunk im Allgemeinen zu informieren. Andererseits wollte die Gruppe zum Nachdenken darüber anregen, ob man eine solche Technologie wirklich flächendeckend brauche.

Zum weiteren Vorgehen gegen 5G in Lenggries sagte Schwab: „Wir wollen versuchen, mit den gesammelten Unterschriften an die Gemeinde und den Bürgermeister heranzutreten, um ein zukunftsfähiges Mobilfunkkonzept zu erarbeiten. Falls wir damit keinen Erfolg haben, verfolgen wir das Ziel, den 5G-Ausbau in Lenggries solange zu verzögern, bis einwandfrei die Unschädlichkeit der neuen Frequenzen bewiesen ist.“

Ausblickend ließ Schwab anklingen, dass die Gruppe auch bereit sei, sich auf höherer Ebene gegen 5G zu engagieren, sollte sie in Lenggries auf Unterstützung stoßen. (Simon Öttl)

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