+
Witzig, wortreich und mit vollem Körpereinsatz begeisterte Christine Eixenberger die Zuschauer im Lenggrieser KKK. 

Ex-Lehramtstudentin als Kabarettistin

Vergnügliche Unterrichtsstunde mit Christine Eixenberger

Kabarettistin Christine Eixenberger spielt ihr Programm „Lernbelästigung“ vor ausverkauftem Haus und nutzt ihre Erfahrungen als ehemalige Lehramt-Studentin.

LenggriesDutt und Heißklebepistole reichen ihr noch lange nicht als „Insignien der Macht“. Und was ist eine Kabarettbühne schon im Vergleich zu einer Grundschulklasse? Entertainment muss sein, hier wie da. Die Kabarettistin Christine Eixenberger hat vor ihrer Bühnenkarriere Lehramt studiert und bringt diese Erfahrung nun in ihrem Programm „Lernbelästigung“ an den Mann. Das Publikum im ausverkauften KKK bekam jetzt eine vergnügliche Doppelstunde.

So eine Lehrerin hätte man auch gern gehabt: Lustig, lieb, einfallsreich und hübsch. Außerdem – man muss es deutlich sagen – mit Hang zu Spott und diabolischem Gedankengut. Grundschullehrer fungiert ja in den Augen der Gymnasial-Kommilitonen irgendwo zwischen Bastelschlampe und Tierpfleger, doch Eixenberger kann alle Zweifler eines Besseren belehren. Witzig, wortreich und unter Aufbringung ihres beträchtlichen komödiantischen Talents erklärt sie das diffizile Gefüge zwischen Schüler, Lehrer, Eltern und natürlich dem Schulbusfahrer.

Seitenhiebe auf Eltern und Kollegen

„Du, Frau Eixenberger“, damit beginnen ihre Schutzbefohlenen in der Regel ihre Fragen oder sonstigen Unterrichtsbeiträge. Das gipfelt schon mal darin dass der Basti anbietet, die Filme, die sein großer Bruder auf dem Handy hat, mit in den Unterricht zu bringen. Das Thema der Stunde, nebenbei gesagt: Aufklärung. Auch ein Wiesn-Parcours in der Turnhalle mit Ausruhzelt und Apfelschorle im Maßkrug spielen eine Rolle oder das Radl Hirnwurst, die zwecks Integration mit Melissa aus Hannover geteilt wird.

Es ist ein großes Vergnügen, Eixenberger bei der Arbeit zuzusehen. Fröhlich feixt sie sich durch den Abend, immer mit vollem Körpereinsatz. Sie spielt sich mit Duktus und Dialekt, singt mit toller Stimme lustige Lieder und schlüpft mühelos in verschiedene Rollen. Dabei spart sie nicht mit Seitenhieben auf Eltern, Kollegen und andere Menschen, die gerade irgendwie ganz schön daneben sind. Ihrem quirligen Charme kann sich keiner entziehen. Und auch nicht ihren manchmal saftigen Frechheiten, die sie samt und sonders mit einem besonders strahlenden Lächeln serviert – ganz Frau Grundschullehrerin eben.

Eixenberger, Jahrgang 1987, ist gerade ziemlich angesagt. Sie moderiert zusammen mit dem Kabarettisten Wolfgang Krebs die BR-Show „Habe die Ehre“, ist in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen und spielt in der ZDF-Serie „Marie fängt Feuer“ erstmals eine Hauptrolle. Außerdem ist das dritte Soloprogramm in Vorbereitung, das Anfang Februar quasi als Weltpremiere im KKK zu sehen ist. Eine Frau mit vielen Talenten also. Und eine, die derzeit offensichtlich in die richtige Richtung marschiert. Karten für die Premiere gibt es übrigens jetzt schon beim KKK zu kaufen.

Ines Gokus

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mittelschule Gaißach: Schlager und Gstanzl zum Abschied
49 Mädchen und Buben haben heuer ihren Schulabschluss an der Gaißacher Mittelschule bestanden. Wie gut das Schüler-Lehrer-Verhältnis war, zeigte die Abschiedsfeier der …
Mittelschule Gaißach: Schlager und Gstanzl zum Abschied
Mittelschule Benediktbeuern: Rote Rosen und Tränen
Abschlussfeiern sind oft ein recht formelle Angelegenheit. Es gibt ein paar Reden und Musikstücke, die Zeugnisse werden übergeben – fertig. Überhaupt nicht formell ging …
Mittelschule Benediktbeuern: Rote Rosen und Tränen
Südschule: Gemeinsam ins Ziel – auch wenn manches unlösbar schien
„Setzt Euch Ziele, verfolgt sie und kämpft dafür“: Diesen Ratschlag gab Fabian Jobst, Lehrer an der Tölzer Südschule, am Freitag bei der Abschlussfeier der neunten …
Südschule: Gemeinsam ins Ziel – auch wenn manches unlösbar schien
Tölzer Realschule: Lernen oder nicht lernen - das ist die Frage
Nachdem alle Realschüler ihre Abschlusszeugnisse erhalten hatten, trat Barbara Lottner noch einmal auf die Bühne. In der Hand hielt die Schulleiterin lila und weiße …
Tölzer Realschule: Lernen oder nicht lernen - das ist die Frage

Kommentare