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Die Lenggrieser Fachklinik wird Ende Juni geschlossen. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung.

Verhandlungen an der Lenggrieser Fachklinik

„Seriöse Angebote“ für Abfindungen und Übernahmen

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    Andreas Steppan
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Wie geht es für die über 100 Mitarbeiter der Lenggrieser Fachklinik weiter, nachdem Asklepios überraschend die Schließung für Ende Juni angekündigt hat?  Um diese Frage geht es in den Verhandlungen, die seit rund zwei Wochen zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung laufen.

Lenggries – Nach dem zweiten Gespräch, das am Dienstag anstand, ist Betriebsratsvorsitzender Lothar Conrad zuversichtlicher als nach dem Auftakt. „Zu den Abfindungen liegt vom Arbeitgeber ein seriöses, verhandlungsfähiges Angebot vor“, sagt Conrad auf Anfrage des Tölzer Kurier.

Natürlich sei es immer noch sehr traurig, dass die Klinik verkauft wurde und geschlossen wird. „Ich bin fast 23 Jahre hier, und finde das Haus sehr schön.“ Aber Asklepios sei nun zumindest bemüht, die Sache „auf eine ordentliche Weise zu Ende zu bringen“.

Dabei geht es nicht nur um Abfindungen, sondern auch darum, für die Mitarbeiter andere Stellen zu finden. Es sei ja geplant, so Conrad, nach der Schließung der Fachklinik an der Tölzer Asklepios-Stadtklinik eine Hauptabteilung für Akut-Geriatrie aufzubauen. „Hier will der Arbeitgeber sich bemühen, die Stellen mit Mitarbeitern aus Lenggries zu besetzen“, sagt Conrad. Auch in anderen Abteilungen der Klinik werde geprüft, ob es die Möglichkeit gibt, Angestellte aus Lenggries weiterzubeschäftigen.

„Mein Eindruck ist positiver als nach dem ersten Gespräch“, fasst Conrad zusammen. Da nun konkretere Angebote auf dem Tisch liegen würden, „ist das für die Mitarbeiter etwas beruhigender“.

Christopher Horn, Pressesprecher der Asklepios-Klinik, bezeichnet die Gespräche ebenfalls als „sehr konstruktiv“. Näher zum Inhalt wolle man sich nicht äußern.

Wie es mit der Liegenschaft am Lenggrieser Bergweg weitergeht, ist dagegen nach wie vor völlig unklar. In der vergangenen Woche gab es zwar ein Gespräch zwischen Bürgermeister Werner Weindl und dem neuen Eigentümer, der Bergweg 21 Immo GmbH & Co. KG – vertreten durch Geschäftsführer Christoph Hertwig. Wirklich erhellend war das aber nicht. „Etwas Genaues hat man uns nicht sagen können, nur, dass man intensiv auf der Suche nach einem Betreiber ist“, sagte Weindl auf Anfrage. Auch um die Planungsvorgaben, was auf dem Grundstück möglich ist, ging es noch einmal. Im Prinzip sieht der Bebauungsplan dort ausschließlich eine Reha-Einrichtung vor. „Das ist für uns die Grundlage, und eine Klinik hat Priorität“, sagte Weindl. Aber auch über die Möglichkeit, dort ein Pflegeheim einzurichten, sei gesprochen worden. Wichtig war für den Bürgermeister eine andere Aussage Hertwigs. „Er hat uns zugesichert, dass der Betriebskindergarten bestehen bleibt.“

Hertwig selbst bestätigt auf Anfrage des Tölzer Kurier nur, dass das Gespräch stattgefunden hat. Zu den Inhalten will er sich mit Verweis auf die Vertraulichkeit nicht näher äußern. Generell seien ihm die Vorgaben des Bebauungsplans aber bereits vorher klar gewesen – und innerhalb dieses Rahmens werde sich die künftige Nutzung auch bewegen.

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