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Lenggrieser Fachklinik

Verhandlungen zwischen Asklepios und Betriebsrat laufen

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Lenggries – Einen Gesprächsmarathon hat Beriebsratsvorsitzender Lothar Conrad hinter sich. Am Freitag begannen die Verhandlungen zwischen Asklepios und dem Betriebsrat der Lenggrieser Fachklinik, die Ende Juni geschlossen wird.

Mehrere Stunden dauerte diese erste Runde, an der Dr. Joachim Ramming, Geschäftsführer der Tölzer Asklepios-Stadtklinik, Betriebsratsvorsitzender Conrad und fünf weitere Mitglieder des siebenköpfigen Gremiums teilnahmen. Beide Seiten hatten zudem ihre Anwälte mitgebracht. „Wir haben alle Themen angesprochen, aber es gibt wenig Konkretes“, fasst Conrad die Verhandlungen zusammen. Das gilt sowohl für die Höhe der Abfindungen als auch für die Übernahme von Personal innerhalb des Konzerns. Bei Letzterem gehe es vor allem darum, die Konditionen festzuzurren, sollte jemand beispielsweise an die Stadtklinik wechseln. Hier gehe es um die Anerkennung der Betriebszugehörigkeit und den Erhalt des Kündigungsschutzes. „Sonst fängt derjenige ja mit einer Probezeit an und hat ein halbes Jahr keinen Kündigungsschutz“, so Conrad. Bei den Abfindungen habe ihm Ramming zugesichert, „dass man großzügige Lösungen finden wird“.

Der Betriebsratsvorsitzender, der für über 100 Mitarbeiter die Verhandlungen führt, hätte sich gewünscht, „dass wir schon weiter sind und konkrete Aussagen haben. So geht das Bangen weiter“. Insgesamt hegt er nach der ersten Verhandlungsrunde eher „gemischte Gefühle“.

Auch eineinhalb Wochen nach der überraschenden Ankündigung, dass die Fachklinik geschlossen wird, seien die Mitarbeiter „ratlos, frustriert und hängen in der Luft“, fasst Conrad zusammen. Wie berichtet hatte Ramming das Aus in einer Betriebsversammlung am 11. Januar verkündet – ohne Vorwarnung. Bereits im Dezember war die Liegenschaft an die Bergweg 21 Immo GmbH & Co. KG verkauft worden, hinter der sich unter anderem die luxemburgische Aktiengesellschaft Action Sports verbirgt. Diese hatte 2009 auch Teile der ehemaligen Lenggrieser Kaserne erworben und 2015 gewinnbringend an die Gemeinde weiterverkauft.

Bürgermeister Werner Weindl betont noch einmal, dass die Gemeinde nicht im Vorfeld über derartige Verkäufe informiert werden muss. Auch er habe erst nach der Betriebsversammlung von der geplanten Schließung der Fachklinik erfahren. „Am 16. Januar haben wir ein Schreiben des Notars bekommen, dass die Liegenschaft verkauft ist, verbunden mit der Bitte um Mitteilung, ob für die Gemeinde ein Vorkaufsrecht besteht und wenn ja, ob wir es ausüben wollen.“ Diese Frage werde geprüft, sagt Weindl. Dazu habe man nun den Notarvertrag angefordert. „Wir müssen ja den Preis wissen, zu dem wir einsteigen müssten.“ Sollte ein Vorkaufsrecht bestehen, muss der Gemeinderat beraten, ob er es ausüben will. Festlegen will sich Weindl in dieser Frage nicht. „Das Ergebnis ist offen. Aber die Gemeinde hat schon recht viele Immobilien, die sie entwickeln muss – beispielsweise das ehemalige Hotel Post. Und das ist alles nicht so einfach.“ Und selbst wenn die Gemeinde einsteigen kann und will, „ist immer noch fraglich, ob das vor Gericht besteht“. 

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