+
Die Längentalstraße in Arzbach lässt laut Gutachten den Bau der Wohnanlage im oberen Bereich zu. Dennoch will Bürgermeister Alois Bauer die Grundstücksverhandlungen für einen Ausbau fortführen.  

Verkehrsgutachten für die Längentalstraße

Der Streit geht weiter

Wackersberg – Die Gemeinde Wackersberg kommt im Streit um die Ausweisung eines Wohngebiets in Arzbach nicht zur Ruhe. Obwohl es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats nur um die Vorstellung der Verkehrsuntersuchung und um die Beantwortung der Fragen aus der Bürgerversammlung ging, kam es zum Schluss erneut zu einer Auseinandersetzung zwischen Anlieger Konrad Eberl und Bürgermeister Alois Bauer, in die sich mehrere Räte einmischten.

Der Friede war erst wiederhergestellt, als man sich darauf einigte, eben unterschiedliche Ansichten zu haben.

Zuvor hatte Bauer noch einmal auf die Angriffe Eberls geantwortet – allerdings nur kurz, weil er dies in der Bürgerversammlung schon ausführlich getan hatte (wir berichteten). Eberls Vorwurf von „Grundstücks-Spekulationen“ bezeichnete der Bürgermeister als sehr grenzwertig. Bauers Aussage, jeder sei für einen Wohnungsbau, nur nicht vor seiner eigenen Haustür, hatte wiederum Eberl als persönliche Beleidigung angesehen. In einem Brief an das Rathaus hatte er daher von Bauer eine Entschuldigung verlangt. Der Rathauschef rechtfertigte sich: Er habe das „mehr allgemein gesagt und keine bestimmte Person gemeint“. Um den Frieden wiederherzustellen, entschuldigte sich der Bürgermeister trotzdem.

Doch offenbar rumort es in der „Wackersberger Fraktion“ immer noch gewaltig, denn Sepp Kaltenhauser frischte alte Streitpunkte wieder auf, ohne allerdings konkret zu werden.

In einem Tagesordnungspunkt zuvor hatte Bauer das in der Bürgerversammlung schon kurz angesprochene Verkehrsgutachten zitiert, wonach die enge Längentalstraße „kein Hindernisgrund für die Bebauung ist, auch nicht im Sommer, wenn landwirtschaftlicher und Urlauber-Verkehr hinzukommen“. Das Gutachten, so Bauer weiter, spreche im Endausbau von zusätzlichen 200 Bewegungen am Tag, womit der Verkehr auf 600 bis 700 Kraftfahrzeugen ansteige. Trotzdem werde man weiterhin einen Ausbau der Straße planen und die Grundstücksverhandlungen fortführen.

Nikolaus Braun kritisierte das 9000 Euro teure Gutachten: Es sei „nicht ehrlich“, weil es im Februar statt im Sommer erstellt worden sei. Kaltenhauser fügte an, ein gutes Gutachten müsse mehrere Wochen in den Blick nehmen, um aussagekräftig zu sein. Bauer konterte genervt, man hätte schon in diesem Frühjahr mit dem Ausbau der Straße beginnen können, wenn es nicht laufend Einsprüche und Bedenken gebe. Die Straße soll nach den Vorstellungen der Planer von 3,50 Meter auf 5,50 Meter verbreitert und zusätzlich mit einem Fußweg versehen werden. (von Wolfgang Breitwieser)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Neue Lenggrieser Rektorin: Fasziniert von der Lust am Lernen
Von München-Solln in den Isarwinkel: Ursula Neff ist neue Rektorin der Grundschule Lenggries.
Neue Lenggrieser Rektorin: Fasziniert von der Lust am Lernen
Dacharbeiten am Kolpinghaus in der Marktstraße
Dacharbeiten am Kolpinghaus in der Marktstraße
Lenggrieser Abwassergebühr steigt kräftig
Die Wasserver- und die Abwasserentsorgung wird für die Lenggrieser ab 2018 um einiges teurer. Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung am Montag die Änderung der …
Lenggrieser Abwassergebühr steigt kräftig

Kommentare