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Wie können sich die Gastgeber online besser präsentieren ? Dies war nur eines der Themen bei der Versammlung kürzlich im Lenggrieser „Altwirt“. Es referierten Gäste-Info-Leiterin Ursula Grottenthaler (stehend), Manfred Zeiner (sitzend vorne) und Wolfgang Brückl (re.).

Gastgeber-Versammlung 

Vermieter müssen aufs Internet setzen

Die Digitalisierung hat die Welt fest im Griff. Es gibt kaum eine Branche, die davon nicht betroffen ist. Dieser Tatsache muss sich auch das Gastgewerbe stellen: Das war die wesentliche Botschaft bei einer Gastgeber- und Tourismusversammlung, zu der die Lenggrieser Tourist-Information in den Alpenfestsaal eingeladen hatte.

Lenggries – Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif), appellierte in seinem Referat eindringlich an die anwesenden Vermieter, die digitale Darstellung ihrer Betriebe in Angriff zu nehmen beziehungsweise weiter auszubauen. „Denn die Digitalisierung wird in immer kürzeren Zeitfenstern weiterentwickelt.“ Es gebe heute zwar noch Leute, die die digitalen Möglichkeiten zu einem gewissen Teil nutzen würden, aber manche Dinge dann eben doch auf dem altgewohnten Weg erledigen wollten. Die nachrückenden Generationen aber seien von Kindesbeinen an mit der digitalen Welt vertraut, „für die ist es das Normalste der Welt, ihr Leben, ihren Alltag und eben auch ihren Urlaub digital zu organisieren.“

Ein wesentlicher Punkt sei die Online-Buchbarkeit – aktuell bei 26 Betrieben unter www.lenggries.de möglich, hatte zuvor die Leiterin der Lenggrieser Gäste-Information, Ursula Grottenthaler, berichtet. „Da ist also noch viel Luft nach oben“, meinte Zeiner dazu. „Nutzen Sie Ihre Daten, nutzen Sie entsprechende Plattformen, verankern Sie Ihre Daten im Netz, um auffindbar zu sein. Die Konkurrenz schläft nicht.“

Man müsse dem Gast bei seinem Aufenthalt aber auch die Möglichkeit bieten, seine digitalen Gewohnheiten weiterführen zu können. Nachrüsten in Sachen Zugang zu verschiedenen Netzwerken ist also von manchen Seiten notwendig.

Der Wandel, den alle Wirtschaftsbereiche erleben, gehe im Tourismus-Bereich ebenfalls unaufhaltsam voran, so Grottenthaler. Auch die Zielgruppen würden sich verändern: „Bisher waren es eher preisbewusste, ältere Urlauber mit traditionellen Urlaubsvorstellungen und freien Zeitkapazitäten. Künftig wird der Gast jünger, qualitätsbewusster, anspruchsvoller, erlebnisorientierter und mit weniger Zeit ausgestattet sein.“

Die kürzer werdenden Aufenthalte versuche man durch mehr Ankünfte zu kompensieren. Die Entwicklung sei durchwegs erfreulich. „Wir sind zuversichtlich, die 2016 gezählten knapp 78 000 Ankünfte heuer zu übertreffen.“ Generell habe man sowohl bei den Ankünften als auch bei den Übernachtungen Zuwächse verzeichnet, seitdem 2012 die Gästekarte Plus eingeführt worden sei. Diejenigen Betriebe, die diese Karte anbieten würden und überdies online buchbar seien, hätten den meisten Erfolg.

Dieser Feststellung schloss sich auch Wolfgang Brückl vom Tourismus-Marketing an. Die Nutzung der Gästekarte habe quer durch alle Altersschichten zugenommen. Dennoch müsse auch diese weiter ausgebaut und verbessert werden, sowohl zum Nutzen der Gäste als auch der Gastgeber. „Da gibt es bereits eine Ideenschmiede, die daran arbeitet.“ Wobei, wie eine Wortmeldung aus dem Saal anmerkte, eine bessere Vernetzung mit benachbarten Regionen mit einfließen sollte. 

Rosi Bauer

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