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Zu den ältesten Besuchern der Ausstellung über Alt-Fall zählte die 92-jährige Marianne Krinner, geborene Heigl, die früher in Alt-Fall lebte. Claus Eder führte sie gerne in seinen Räumen herum.

Ausstellung über Alt-Fall 

Das versunkene Dorf auf Bildern

Großformatige Bildcollagen zeigen derzeit das versunkene Dorf Alt-Fall. Noch bis Sonntag kann die Ausstellung besichtigt werden.

Lenggries Als im Dezember 2015 der Sylvensteinsee zwecks Wartungsarbeiten abgelassen wurde, strömten überaus viele Schaulustige dorthin, um zu entdecken, was vom Dörfchen Alt-Fall noch übrig geblieben ist. Bis auf ein paar Grundmauern gab es jedoch außer Schlamm nichts zu sehen. Auf die Faszination, die Alt-Fall auf Einheimische und Fremde ausübt, setzt auch Claus Eder mit seiner ersten Wanderausstellung „Alt Fall – das versunkene Dorf“. Noch bis Sonntag, 15. Oktober, sind in den Räumen des Geschäfts „s’ Buidleck“ rund 40 großformatige Bildcollagen und aktuelle Sylvenstein-Bilder ausgestellt, die Alt-Fall in seiner Ursprünglichkeit und im Alltag dort zeigen.

Rund zwei Jahre Vorbereitungszeit – von der Idee bis zur Eröffnung – hat der Inhaber in dieses Projekt gesteckt. Der Lenggrieser ist Jahrgang 1964, hat Alt-Fall also nie mit eigenen Augen gesehen, das im April 1959 in den Fluten versank. Um so akribischer studierte und interpretierte er das Fotomaterial aus dem Archiv seines Großvaters, des Fotografen Josef Weiss. Natürlich steuerten auch Einheimische – in erster Linie ortskundige Jäger, Postkartensammler, bereits verstorbene Fotografen und damalige Bewohner – ihr Material und Wissen bei, damit die Tafeln korrekt beschriftet werden konnten. Laut Claus Eder kam es einer kleinen Doktorarbeit gleich, nur aufgrund alter Fotoaufnahmen zu rekonstruieren, in welche Richtung die Isar darauf fließt oder die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Dank seiner genauen Bezeichnungen, kann sich nun der Betrachter vorstellen, wie die umliegenden Berge und Flüsse (Isar und Dürrach) vor den Sprengungen für den Sylvensteindamm ausgesehen haben, und wie sich die Natur durch die Bauphasen geändert hat. Der 53-jährige Inhaber ist überzeugt, dass die Ausstellung für alle Einheimischen, die etwas für ihre Heimat übrig haben, eine Bereicherung darstellt. Und natürlich erst recht für junge Leute: „Die springen im Sommer alle in den Sylvensteinsee und wissen gar nicht, was für eine riesige Geschichte da drunter liegt!“ Im Gästebuch der Ausstellung ist ergänzt: „Sehr interessant vor allem für Neu-Lenggrieser!“

Die Ausstellung ist zu den Geschäftszeiten des „Buidlecks“ bei freiem Eintritt zu besichtigen und stellt den ersten Teil einer Ausstellungsreihe dar. Der zweite Teil soll 2018 folgen und die Themen „Jagd“, „Wildfütterung“ sowie die Holzbringung zeigen.  (rm)

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