Eine Klasse für sich: KKK-Betreiberin Sabine Pfister (2. v. li.) mit (v. li.) Sunny Howard, Rudi Zapf und Harald Scharf. rbe

Rudi Zapf mit Sunny Howard und Harald Scharf im KKK

Volksmusik verbindet Völker

Innerhalb einer Woche das Weltklasse-Gitarrenduo „Café del Mundo“, dann „Quadro Nuevo“, Josef Brustmann und zuletzt der bekannte Hackbrett- und Akkordeonvirtuose Rudi Zapf: Es ist erstaunlich, wie es den Lenggrieser KKK-Veranstaltern Sabine und Stefan Pfister immer wieder gelingt, renommierte Künstler der Extraklasse für Auftritte im Tölzer Land zu gewinnen.

Lenggries – „Als wir angefangen haben, waren wir noch recht blauäugig. Mittlerweile haben wir in der Szene viele gute Kontakte und bieten auch eine sehr aufmerksame Künstlerbetreuung“, sagt Sabine Pfister. Daraus hätten sich sogar Freundschaften entwickelt. Deshalb kämen Künstler sehr gerne. „Denen geht es dabei auch nicht nur ums Geld“, sagt Stefan Pfister.

Allein im ersten Quartal 2017 boten sie 26 Veranstaltungen an. „Wir legen bei Musik und Kabarett Wert auf Qualität. Es darf sozialkritisch, schrill, frech und frivol sein, aber es muss geistreich bleiben und eine Botschaft haben.“ Plumpen Schmutzeleien um ihrer selbst willen würden sie kein Podium bieten. Die Auswahl der Künstler sei „mit viel Arbeit und Recherche“ verbunden, sagt Sabine Pfister. Zuschüsse aus einem Förderprogramm bekommen sie nicht: „Wir wollen bei unserem Engagement frei und unabhängig sein.“

Am Freitag stand nun also Rudi Zapf auf der neuen Bühne in der Kaminstube des Brauneck-Hotels. Zapf hat schon fünfmal im KKK gastiert. Mit seinen beiden viel jüngeren Partnern Sunny Howard (Violine) und Harald Scharf (Kontrabass) spielt er auf einem verblüffenden musikalischen Niveau. Zapf spielt sie nicht an die Wand, sondern musiziert mit ihnen auf Augenhöhe. Das gelingt ihm auch deshalb, weil er auch ein Meister des Pianissimo-Spiels ist.

Geigerin Sunny Howard konnte mehrfach mit brillanten Solokadenzen glänzen. Ansonsten präsentierte sich Rudi Zapf so, wie man ihn kennt: Mit diskretem Witz führte er durch das Programm des Abends, das einer musikalischen Weltreise gleichkam und immer wieder deutlich werden ließ, wie vernetzt und völkerverbindend die (Volks-)Musik quer durch alle Kontinente ist, wie stark sie sich im Austausch wechselseitig inspiriert und bereichert.

Das Trio zeigte, dass in der Musik Ausgelassenheit, Sehnsucht und Schmerz überall daheim sind: in Bayern ebenso wie auf dem Balkan, in der Mongolei, in Südamerika, in Irland, bei Antonio Vivaldi oder der Klezmer-Musik aus dem Warschauer Ghetto. Bei ihren Transkriptionen arbeiten die drei Künstler häufig mit verblüffenden Effekten und Verfremdungen. Viel Applaus und drei Zugaben rundeten den schönen Abend ab.  (Rainer Bannier)

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