Einen wunderbaren Ohrenschmaus bot Beni Hafner seinen Zuhörern. Er stellte in Arzbach Lieder seines neuen Albums vor, spielte aber auch Stücke seines ersten Werks „Bierle in da Sun“.
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Einen wunderbaren Ohrenschmaus bot Beni Hafner seinen Zuhörern. Er stellte in Arzbach Lieder seines neuen Albums vor, spielte aber auch Stücke seines ersten Werks „Bierle in da Sun“.

Konzert in Arzbach

Vollblutmusiker mit Riesentalent: „Da Oimara“ begeistert im „Kramerwirt“

„Da Oimara“, Beni Hafner, ist ein junges, musikalisches Phänomen vom Tegernsee. Jetzt konnte das Publikum im Arzbacher „Kramerwirt“ seine Entwicklung beobachten – und die Zuhörer waren restlos begeistert.

Arzbach - Der Bayerische Rundfunk und der Kabarettist Dieter Nuhr haben ihn schon entdeckt. „KKK“-Chefin Sabine Pfister hält viel von Hafner: „Der wird nochmal was.“ In Zukunft werde er sicherlich wesentlich größere Räume mit Fans füllen als die Kramerwirt-Tenne, wohin Pfister ihn eingeladen hatte.

Hafner stellte Lieder seines neuen Albums „A Quantum Prost“ (2020) vor und spielte selbstverständlich Stücke seines ersten Werks „Bierle in da Sun“ (2018). Hafner überraschte, mit seiner Gitarre, im Hemd und Lederhosen. Letztere passten nicht zusammen. Er erschien wie der begabteste Schüler des Abiturkonzerts.

Der 28-Jährige gab sich aber als Bazi zu erkennen, als er mit einer Krankenhausmitarbeiterin im Publikum Kontakt aufnahm, die mit ihrer Mutter gekommen war. Hafners Kommentar zur Mutter: „Was? Du bist ihre Mutter? Ja leckst mi am Oasch.“ Über diese beiden und einen weiteren Zuhörer improvisierte er mühelos mehrere Strophen und erntete johlenden Applaus.

Musik aus allen Genres

„Da Oimara“ war musikalisch in keine Schublade zu stecken. Außer in die des Vollblutmusikers mit Riesentalent. Das kam aber nur zum Vorschein, wenn er ins Mikrofon sang. Zwischen den Songs blieb er beim Erzählen von Geschichten aus seinem Leben eher der Zurückhaltende. Er behauptet selbst, sich eigentlich kaum auf die Bühne zu trauen. Dabei zelebrierte er seine Zugabe „Busheislparty“ als One-Man-Show mit einer Energie, die alle elektrisierte.

Mit seinem hochpräzisen Rhythmusgefühl riss er das Publikum von Anfang an mit. Diesem und der Musik ordnete er den Text unter. Alles konnte mitgesungen werden, egal wie banal, komödiantisch oder romantisch, weil die Musik immer mitreißend war.

Dabei war das nicht einfach, denn Hafner rappte ab und an auf Bairisch. Außerdem war er Sprachmaler: Im Reggaesong „Rastaman“ reimte er „Stradivari – Diridari – hätt i, dad i, war i“. Im Stück „Jaga-Hollarähi“ war nicht ganz klar, ob „Wo is mei Reh hie?“ nicht schon Teil des Jodlers war.

Starke Stimme

Rhythmus, bairischen Text und Melodie flocht Hafner stets zu einem wunderbaren Ohrenschmaus. Der war auch seiner starken Stimme zu verdanken, die in der Höhe immer leicht rau wurde. Beni Hafner hat Hymnen für die wichtigsten bairischen Begriffe komponiert, mit „Bierle in da Sun“, seinem ersten Hit, „Stammtisch“ und „Lederhosen“. Letztere ist die schönste Liebeserklärung seit Erfindung des Tourismus. So gut gemacht seine Videos auch sind, „Da Oimara“ muss auf der Bühne erlebt werden. So schwer es ihm auch fallen mag. (Birgit Botzenhart)

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