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Kater Klausi wurde wohl aus nächster Nähe verwundet. Das Bild zeigt ihn, bevor er angeschossen worden ist. 

Darm und Milz durchschlagen

Von hinten angeschossen: Kater Klausi überlebt schwer verletzt

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Ein Herz kann der Täter nicht haben, da sind sich die Besitzer von Kater Klausi sicher. Ein bislang Unbekannter hat auf das erst neun Monate alte Tier geschossen – vermutlich aus nächster Nähe. 

Wegscheid – Nur eine Not-OP hat Kater Klausi das Leben gerettet. Ein bislang Unbekannter hat mit einem Luftgewehr von hinten auf das erst neun Monate alte Tier geschossen. Das Projektil durchschlug den Darm zweimal und verletzte auch die Milz. Seine Besitzer – die Familie Riesch aus Wegscheid – haben Anzeige gegen unbekannt gestellt und hoffen auf Zeugenhinweise aus der Bevölkerung.

„Mir ist das unbegreiflich“, sagt Karin Riesch. „Das muss jemand getan haben, der Katzen wirklich hasst.“ Dabei sei Klausi sehr lieb und verschmust. Deshalb kam es der 47-Jährigen und ihrer Familie auch sofort komisch vor, als der Kater am Freitagabend nicht zum Kuscheln vor dem Fernseher erschien. Als er am nächsten Morgen immer noch verschwunden blieb, suchten die beiden Kinder von Riesch den ganzen Vormittag nach dem Tier – bis sie es schließlich gegen Samstagmittag im Garten fanden. „Er war ganz kalt und konnte nicht stehen.“ Offenbar hat sich Klausi schwer verletzt nach Hause „Am Sagbach“ geschleppt und in einer Palette Holz Schutz gesucht.

Ein Tierarzt aus Tölz, der am Wochenende Notdienst hatte, tippte aufgrund einer kleinen Wunde hinten zunächst auf einen Fußtritt. Als sich der Zustand von Klausi nicht besserte, fuhr die Familie am Dienstag in die Tierklinik nach Weilheim. Eine Röntgenuntersuchung dort brachte ans Licht: Jemand hat auf Klausi geschossen, und zwar aus nächster Nähe, wie es aussieht. Für die Familie eine schreckliche Vorstellung. „Der Täter kann kein Herz haben“, ist sich Karin Riesch sicher. Und Verstand auch nicht. Schließlich leben in dem Wohngebiet „Am Sagbach“ viele Familien mit kleinen Kindern. In so einer Gegend ein Luftgewehr zu benutzen, findet Riesch unverantwortlich.

1500 Euro Tierarztkosten

Inzwischen geht es Klausi nach einer Not-OP besser. Trotz starker Schmerzen habe er keinen Arzt gebissen oder gekratzt und sei nach wie vor sehr verschmust. Die Familie hofft, das Tier am Freitag, 31. Januar, nach Hause holen zu können. „Wir sind froh, dass es ihm gut geht, auch wenn die Kosten sehr hoch sind.“ 1500 Euro muss die Familie für die ärztliche Versorgung zahlen.

Um den Täter zur Verantwortung zu ziehen, haben die Rieschs Anzeige bei der Tölzer Polizei wegen Sachbeschädigung erstattet – als solche gelten Tiere vor dem Gesetz. Wer zwischen Freitagabend (17.30 Uhr) und Samstagmittag etwas Verdächtiges im Lenggrieser Ortsteil Wegscheid beobachtet hat, sollte sich unter Telefon 0 80 41/76 10 60 bei der Inspektion melden.

Ein ähnlicher Fall in Wackersberg hatte im Juni 2018 für Schlagzeilen gesorgt. Damals war der 20 Jahre alte Kater Maxl angeschossen worden, als er im Garten unter einem Strauch lag (wir haben berichtet). Auch in diesem Fall wurde beim Röntgen das Projektil eines Luftgewehrs entdeckt. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte ohne Abstimmung mit den Besitzern des Katers 1000 Euro Belohnung für Zeugenhinweise ausgesetzt.  

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