Das Foto zeigt die B307 am Sylvenstein
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Das Foto zeigt die B307 am Sylvenstein. Ein Parkchaos wie im letzten Sommer will man ach durch die Erweiterung des Parkplatzes an der Wasserwacht verhindern.

„Veraltete Denkmuster“

Ausbau an Walchensee und Kochelsee geplant: Protest gegen neue Parkplätze an Ausflugs-Hotspots

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Der Bund Naturschutz (BN) protestiert gegen den Aus- und Neubau von Parkplätzen an Sylvensteinsee, Walchensee und Kochelsee. Hier regierten „veraltete Denkmuster“.

Lenggries/Jachenau/Kochel am See – In einer Pressemitteilung aus der Landesgeschäftsstelle des BN wird kritisiert, dass die aktuellen Projekte in ihren Dimensionen „allen Grundsätzen eines langfristig angelegten Qualitätstourismus sowie dem Erhalt und der Pflege des Landschaftsbildes“ widersprächen.

Parkplatz-Ausbau an Seen in der Region stößt auf wenig Gegenliebe bei BN

Konkret geht es dabei um drei Vorhaben: Wie berichtet möchte die Gemeinde Lenggries in Fall die Kapazität des Parkplatzes am Sylvensteinsee ausbauen. Am Walchensee-Südufer laufen Arbeiten zu Errichtung von zwei Ausweich-Parkplätzen an den Mautstationen bei Einsiedl und Niedernach, wobei sich laut BN eine Fläche im Landschaftsschutzgebiet befinde. Schließlich bezieht sich der BN auf den Plan der Gemeinde Kochel, einen Wohnmobil-Stellplatz zu bauen. Der befinde sich „in unmittelbarer Nähe zum Kochelsee und somit zum Vogelschutzgebiet“, so der BN. „Von den derzeitigen Planungen ist auch ein gesetzlich geschütztes Biotop betroffen, außerdem befindet sich die Fläche in einem durch Hochwasser gefährdeten Bereich.“

Der Parkplatz an der Wasserwacht am Sylvensteinsee soll deutlich vergrößert werden. Etwa dreimal so viele Stellplätze wie jetzt sollen entstehen.

Parkplätze als Antwort auf Ausflüger-Ansturm am Walchensee? „Veraltete Denkmuster“

Hintergrund sind die Erfahrungen mit den enorm angewachsenen Besucherströmen. Auf der Suche nach Lösungen und Entlastungsmöglichkeiten seien die Gemeinden aus Sicht des BN allerdings „in veraltete und denkbar ungeeignete Denkmuster“ verfallen. Nach den Worten des BN-Kreisvorsitzenden Friedl Krönauer liege dahinter wohl das „Kalkül zusätzlicher Einnahmen durch Park- und Stellplatzgebühren“. Das Ansinnen, der Verkehrsflut Herr zu werden, bezeichnet er als „Vorwand“.

Aus Sicht von Annemarie Räder, BN-Regionalreferentin für Oberbayern, generiert ein erweitertes Angebot an Stellplätzen noch mehr Verkehr. „Leidtragende sind neben Natur und Landschaft in erster Linie die Einheimischen.“ So könne man die hiesigen Naturschönheiten nicht bewahren und für nachkommende Generationen erlebbar machen. Als Alternative fordert der BN die Gemeinden auf, „in langfristig angelegte Konzepte eines Qualitätstourismus und den Ausbau dringend notwendiger Infrastruktur (Toiletten, Müllentsorgung) zu investieren und die Verkehrsströme durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren“.  

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