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In der Herzkammer des Walchenseekraftwerks: Uniper-Sprecher Theodoros Reumschüssel (re.) erklärt (v. li.) Andreas Pfirstinger und Karl Probst vom Verein „Rettet die Isar jetzt“ die Technik im Wasserschloss.

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Wasserrechte am Walchensee: „Rettet die Isar“ kämpft für mehr  Wasser im Rißbach

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Der Verein „Rettet die Isar jetzt“ hat ein weiteres großes Ziel im Auge: Die Teilrückleitung des Rißbaches. Bei der anstehenden Neuvergabe der Wasserrechte für das Walchenseekraftwerk muss darüber verhandelt werden.

Lenggries/Kochel am See – Auf seiner Sommer-Tour hat Karl Probst als Vorsitzender des Vereins „Rettet die Isar jetzt“ mit Nachdruck an die Ziele der 1974 gegründeten Notgemeinschaft erinnert. „Wir wollen mehr Restwasser für den Rißbach und damit auch für die Isar“, sagte der Lenggrieser bei einem Besuch im Walchenseekraftwerk. Nach einem Rundgang durch das Industriedenkmal in Altjoch kam es zu einem regen Gedankenaustausch zwischen Vereinsspitze und örtlichen Vertretern des Unternehmens.

Das fast 100 Jahre alte Kraftwerk ist laut Probst ein wichtiger Teil der Energieversorgung in Bayern. „Wir wollen, dass es Bestand hat und auch weiterhin wirtschaftlich betrieben werden kann.“ Aber mit der ökologischen Situation könne der Verein beim besten Willen nicht zufrieden sein. Ihm sei klar, „dass es keine Energieversorgung ohne Schattenseiten geben kann“. In Altjoch werde zwar CO2-freier Ökostrom produziert, aber der Rißbach dürfe nicht länger zu kurz kommen. Seit 1950 wird das Wasser des Isar-Nebenflusses über den bei der Oswaldhütte beginnenden Stollen in den Walchensee übergeleitet.

Walchensee-Kraftwerk: Seit 1990 gibt es mehr Restwasser in der Isar

Bereits 1990 musste der Kraftwerksbetreiber Isarwasser zurückgeben. Die damals vom Verein erstrittene Rückleitung am Krüner Wehr habe dem Konzern zu schaffen gemacht, betonte Theodoros Reumschüssel. Nach Angaben des Wasserkraft-Pressesprechers von Uniper habe das seinerzeit zu einem Verlust von rund 20 Prozent bei der Energieerzeugung geführt. „Das war ein empfindlicher Einschnitt.“ Inzwischen habe sich noch dazu der Strompreis-Markt drastisch verändert. Weitere Wasserrückleitungen würden das Geschäftsfeld erschweren. Dennoch machte Reumschüssel bei dem Gespräch eine klare Ansage: „Wir haben uns in diesem Spannungsfeld in der Vergangenheit bewegt, und wir werden uns auch in der Zukunft bewegen.“ Konkrete Versprechungen könne er aber nicht abgeben.

Klare Vorstellungen hat der Uniper-Sprecher auch was die Neuverhandlung der Wasserrechte angeht. Die laufen wie mehrfach berichtet im Jahr 2030 aus. Im Somer 2020 muss der Freistaat Bayern demnach dem Kraftwerksbetreiber Uniper ankündigen, dass er über diese Nutzungsrechte neu verhandeln will. Reumschüssel: „Das Unternehmen ist an einem Weiterbetrieb nach 2030 interessiert. Wir wollen hier bald Klarheit haben.“

„Rettet die Isar“ fordert, im Gespräch zu bleiben

Weitere Themen in dem gut zweistündigen Gespräch waren unter anderem die drohende Verbuschung von trockenen Flussläufen, die Geschiebeproblematik – insbesondere bei Krün und der Unterhalt der Flussufer. Auf Letzteres werde großes Augenmerk gelegt, sagte Xaver Schweiger, der für Uniper für den baulichen Unterhalt der Anlagen zuständig ist.

Bei der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie zur umweltverträglichen Wassernutzung wünscht sich „Rettet-die-Isar-jetzt“-Schriftführer Andreas Pfirstinger auch geeignete Vorschläge von Seiten des Kraftwerksunternehmens „und nicht nur von uns“. Uniper sieht das aber nicht als seine Aufgabe, so Reumschüssel.

Karl Probst warb schließlich dafür, im Gespräch zu bleiben. „Nur so können Ziele erreicht werden.“

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