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Jungkühe auf der Almweide: Diese Rinder grasen oberhalb von Lenggries.

Wegen Wolf: Weniger Tiere auf der Alm

Der Almbauernverband Oberbayern hat jetzt seine statistische Auswertung für die Almsaison 2017 veröffentlicht. Sie macht deutlich, dass im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen die Zahl der Rinder auf den Almen nur ganz geringfügig gesunken ist und keine der 144 Hochalmen im Südlandkreis aufgegeben wurde.

Lenggries  Dort weideten heuer 3717 Rinder – im Vorjahr waren es 3751 und 2015 noch 3819. Der Anteil an Pensionsvieh (Fremdvieh von anderen Höfen) betrug 590 Stück, also 43 mehr als 2016.

Ganz überwiegend waren Jungrinder (3419 Stück) auf den Almen, aber nur 129 Kühe und 171 Ochsen und Stiere. Das macht deutlich, dass im Isarwinkel die Milch- und Käseproduktion nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Weiterhin weideten 40 Pferde sowie 81 Ziegen und Schafe auf den Almen.

Viele Bauern sprachen von einem „durchaus guten Almsommer“. In den Sommermonaten brachten überdurchschnittlich viel Regen und höhere Temperaturen ein gutes Wachstum. Der September war hingegen kühl und nass, auf höher gelegenen Almen endete die Weidesaison deshalb bereits eine Woche früher als sonst üblich.

Sorge bereitete den Bergbauern heuer die erwartete Rückkehr des Wolfs, durch den sie den Fortbestand der Almwirtschaft bedroht sehen. Ein Landwirt aus der Jachenau hat deshalb heuer bereits auf einen Almauftrieb verzichtet; ein anderer stellte am Heiglkopf Hinweistafeln auf, die vor Herdenschutzhunden warnen. Der Bauer will diese auch für Wanderer bedrohlichen Tiere einsetzen, wenn der erste Wolf in der Region nachgewiesen wird.

Die Almwirtschaft im Isarwinkel kann heuer aber auch einen erfreulichen Rekord verzeichnen: Beim Almbauerntag in Frasdorf ist Stefan Gilgenreiner von Staatsminister Helmut Brunner geehrt worden: Als Senner hat er 55 Sommer auf der Roßsteinalm zugebracht – so lange wie kein anderer in den oberbayerischen Alpen zwischen Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden.

Kürzlich sind die Isarwinkler Bauern eher indirekt in die Schlagzeilen gekommen: Die Molkerei Berchtesgadener Land, Hauptabnehmer der Isarwinkler Milchbauern, hat eine viel beachtete Vorreiter-Rolle übernommen und als erste Molkerei überhaupt ihren Zulieferern den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat untersagt. Bereits 2010 hatte sie ein Gentechnik-Verbot für die Fütterung erlassen. Sie zahlt ihren Bauern relativ hohe Milchpreise und hat ihre Marke erfolgreich im Premium-Segment positioniert. (Rainer Bannier)

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