Immer wieder schicken Navis PKW-Fahrer auf unerlaubte Straßen. Wie etwa hier am Brauneck Forstweg.
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Immer wieder schicken Navis PKW-Fahrer auf unerlaubte Straßen. Wie etwa hier am Brauneck Forstweg.

Fatale Verfahrer

Wenn Navis im Tölzer Land in die Irre führen

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Navigationsgeräte sind normalerweise hilfreiche Wegweiser. Doch manchmal können sie einen auch gewaltig in die Irre führen. Gefährlich wird es dann, wenn sich Fahrer in bergigem Gelände blind auf das Navi verlassen und dazu noch Straßenschilder missachten. In den vergangenen Wochen ist dies am Brauneck zweimal vorgekommen.

Lenggries – Im Herbst fuhren zwei Studentinnen mit einem Mini zum Panoramarestaurant. Erst kürzlich wagte sich ein Familienvater trotz Schnee und Eis mit seinem BMW den Wanderweg hoch. Dies löste eine mehrstündige Bergungsaktion aus, an der ADAC, Polizei, Bergwacht und ein Landwirt beteiligt waren (wir berichteten). Doch wieso kommt es immer wieder so weit? „Auf die für PKW gefährliche Strecke zum Brauneck hoch, kommt nur, wer die Straßenverkehrsordnung missachtet“, sagt Alois Grünwald von der Tölzer Polizeiinspektion. „Man muss eben mehr als nur das Navi einschalten“, meint er. Denn solch gefährliche Aktionen seien durch die Beachtung der Straßenschilder „absolut vermeidbar“.

„Blind aufs Navi verlassen reicht nicht“

Auch Stefan Dorner, Sprecher vom ADAC Südbayern, appelliert: „Wenn man nicht ortskundig ist, reicht es nicht, sich immer nur bild aufs Navi zu verlassen.“ Er empfiehlt den Griff zu einer aktuellen Straßenkarte. Dennoch seien derartige Aktionen in Bayern immer noch „Einzelfälle“. Hin und wieder, so Dorner komme es dennoch vor, dass die „gelben Engel“ anrücken, um einen Fahrer aus einer vermeidbaren misslichen Lage zu befreien. Aber er stellt auch klar: „Der ADAC hilft nur, solange es keine Gefahr darstellt. Wir haben nicht einmal das entsprechende Gerät, um an sämtliche Bergstellen zu kommen.“ Dann müsse nicht selten die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk (THW) gerufen werden. „Wir stehen dann an einer zugänglichen Stelle für die Abschlepparbeiten bereit“, erklärt Dorner. „Aber Bergung gehört nicht zu unseren Aufgaben.“

Auch Wanderer kommen öfter in gefährliche Situationen, da sie nur auf digitale Wegweiser achten

Auch Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern mit Sitz in Tölz, weiß, dass es immer wieder zu Einsätzen kommt. „Wenn das natürlich noch mit einem Auto passiert, wird es spektakulär.“ Die Anzahl dieser Einsätze sei aber glücklicherweise recht „überschaubar“. Öfter passiere es jedoch, dass Wanderer sich blind auf die digitale Wegbeschreibung halten. „Das ist zwar hilfreich für die Tourenplanung, aber am Berg sieht es halt oft dann doch nochmal anders aus“, sagt Ampenberger. Man müsse unbedingt vor Ort auch aufmerksam auf das Gelände, die Wegbeschaffenheit und die Ausschilderungen achten und nicht „blindlings nach Pfeilen gehen“. Er empfiehlt ebenfalls als zusätzliche Orientierungshilfe „aktuelle Papierkarten“. Diese seien nochmals komplexer und detaillierter, so der Bergwachtsprecher. Dennoch: „Sobald es gefährlich wird, muss man Hilfe rufen.“  

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