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„Ich komme zuerst dran“: Szenenbild aus dem „Regnwurm-Orakl“ mit (v. li.) Corona Schwarzenberger, Maria Stöckl, Kaspar Willibald, Regina Demmel und Florian Kellner.

Aufführung im Alpenfestsaal

Wenn der Regenwurm in die Zukunft schaut

Lenggries - Die Theatergruppe des Trachtenvereins Hirschbachtaler glänzt mit einer Neuinszenierung – und einem gelungenem Bühnenbild.

Jedes Tier hat seinen Instinkt, also wohl auch der Regenwurm. Ob aber dieser regenwürmische Instinkt ausreicht, um damit die Zukunft weissagen zu können? Nun, es gibt Leute, die glauben an solch seherische Naturkräfte. Und um einen derartigen Kreis von Gutgläubigen geht es in dem Schwank „Das Regnwurm-Orakl“ aus der Feder von Ralph Wallner.

Die Theatergruppe des Lenggrieser Trachtenvereins Hirschbachtaler hat sich dieses Stück vorgenommen und am vergangenen Wochenende dreimal vor jeweils erfreulich großem Publikum im Alpenfestsaal zur Aufführung gebracht. Dabei waren wie schon seit vielen Jahren zur Vorpremiere die Tölzer Lebenshilfe sowie die Bewohner des Lenggrieser Senioren- und Pflegeheims eingeladen und bewirtet worden.

Die Probenarbeit des diesmal neunköpfigen Ensembles unter der Regie von Ingrid Demmel hat sich gelohnt, denn die Zuschauer hatten großen Spaß und geizten nicht mit Szenenapplaus. Die Komik der einzelnen Szenen und deftige Sprüche sind die anfeuernde Stärke dieses Dreiakters, während die Handlung im Ganzen gesehen nicht unbedingt geeignet ist, darin eine gewisse Sinnhaftigkeit oder den theatralisch überspitzten Fingerzeig auf diverse menschliche Unmäßigkeiten im wirklichen Leben zu suchen.

Das Bühnenbild im Alpenfestsaal war geschickt gestaltet und zeigte die ebenso ärmliche wie ungepflegte Behausung von Lotti und Lumpi Nassauer (überzeugend gespielt von Vroni Reiser und Florian Kellner), die hier ihren ungezwungenen und mit kleinen Gaunereien angereicherten Alltag verbringen.

Zur gelungenen Kulisse gehörte aber auch – durch einen Steg angedeutet – die unmittelbare Nähe des Hohenburger Weihers. Und in diesem Umfeld treffen sodann allerhand eigenwillige und einander nicht immer freundschaftlich gesinnte Zeitgenossen aufeinander.

Mit viel Temperament und würziger Aufbereitung gingen die Akteure (mit Regina Demmel kann das Ensemble einen talentierten Neuzugang verzeichnen) ans Werk und hatten auch keine Mühe, zu Beginn des ersten und zweiten Akts als „Orakelchor“ singend in die Tiefe des Regenwurm-Mysteriums einzuführen.

Gut übermittelt wurden zudem die Szenen, die getrennt voneinander, aber zeitgleich in der Hütte und auf dem Steg spielen. Dass sich zum guten Schluss alle Widrigkeiten in Wohlgefallen auflösen, lässt sich jedenfalls denken, ohne dass man dazu ein Orakel befragen muss.

Weitere Aufführungen des Dreiakters finden am Freitag, 15., und am Samstag, 16. April, im Alpenfestsaal statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Rosi Bauer

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