Antlaß-Kompanie

WhatsApp trommelt Lenggrieser Schützen zusammen

Zu den Wurzeln stehen, Traditionen bewahren, aber auch Neuerungen zulassen: Diesen Weg gehen die Lenggrieser Antlassschützen. Die Kompanie hat jetzt eine Whatsapp-Gruppe gegründet. 

Lenggries   Allerlei Neues steht bei der Kompanie an:  Geändert wurde zum Beispiel der Termin für die jährliche Marschier-Übung, die bisher immer am Vor- oder Nachmittag des Dreifaltigkeitssonntags und heuer nun an dem vorhergehenden Freitagabend abgehalten wurde. „Dieser Termin wurde sehr gut angenommen“, stellte Hauptmann Kaspar Reiser bei der Hauptversammlung im Alpenfestsaal fest. „Und es haben sich dazu 13 Neuzugänge eingefunden. Das ist wirklich erfreulich.“ Geändert hatte man auch den nachmittäglichen Treffpunkt für den Aufmarsch zum Festball.

Und schließlich wurde im Verlauf der Versammlung so etwas wie eine Kompanie-WhatsApp-Gruppe gegründet. „Es gab da eine Nachfrage aus den Reihen der jungen Schützen. Und im ersten Moment meint man schon: Eine traditionsbewusste Schützenkompanie und WhatsApp, das passt doch überhaupt nicht zusammen“, schilderte Reiser den Hergang. „Aber es ist halt mal so: Die Jungen lesen heutzutage keine Zeitung mehr, sondern informieren sich übers Internet, was für sie von Interesse ist. Deshalb haben wir uns gedacht, diese moderne Nachrichtenübermittlung können wir uns auch zunutze machen.“

Pfarrer Josef Kraller, der am Morgen in der Lenggrieser Pfarrkirche den Jahrtagsgottesdienst zelebriert hatte und als Ehrengast in der Versammlung weilte, knüpfte in seinem Grußwort mit einem Appell daran an: „Gottesdienste gehen nicht über WhatsApp, zu den Gottesdiensten müsst ihr immer noch in die Kirche kommen.“ Er wolle sich bei der Kompanie bedanken für ihr Ausrücken an den kirchlichen Festtagen, „damit Brauchtum und Glaube hochgehalten werden“. Die Vermittlung der heimatlichen Werte an die nächste Generation sei wesentliche Aufgabe der Kompanie, betonten auch Bürgermeister Werner Weindl und der stellvertretende Landeshauptmann Martin Haberfellner. Diese Werte müssten auch gelebt werden, allein mit Lippenbekenntnissen sei es nicht getan, sagte Weindl und wies wie Haberfellner auf die von verschiedenen Seiten aufkommenden gegenteiligen Strömungen hin.

Als besonders schönen Ausrücktermin hob Hauptmann Reiser in seinem Jahresrückblick die Fahnenweihe der Tölzer Schützenkompanie hervor – die Lenggrieser waren dazu als Patenkompanie auserwählt.  Rosi Bauer

Rubriklistenbild: © dpa

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