Im ersten Obergeschoss des Sparkassengebäudes sollen drei Wohnungen entstehen. Auch im Stock darüber sind Wohnräume untergebracht.
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Im ersten Obergeschoss des Sparkassengebäudes sollen drei Wohnungen entstehen. Auch im Stock darüber sind Wohnräume untergebracht.

Gemeinderat entscheidet

Wohnungen statt Büros im Sparkassen-Haus in Lenggries

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Kann der Gemeinderat guten Gewissens zustimmen, wenn im Lenggrieser Ortskern Gewerbeflächen in Wohnungen umgewandelt werden sollen?

  • Es geht um das Sparkassengebäude an der Karwendelstraße
  • Die Räte sind zu diesem Thema unterschiedlicher Meinung
  • Im Oktober war ebenfalls kontrovers diskutiert worden

Lenggries – Es ist ein Thema, das in jüngerer Zeit immer wieder aufkommt. Tatsächlich geht die Meinung bei den Räten hier auseinander. Das zeigte sich in der Oktobersitzung, als es um die Umwandlung von zwei Gewerbeeinheiten in fünf Wohnungen in einem Neubau an der Ecke Bergweg/Gaißacher Straße ging. Damals stimmte das Gremium mehrheitlich zu . Vor einer ähnlichen Entscheidung stand nun am Montagabend auch der Bauausschuss im Brauneckdorf.

Im Mittelpunkt stand dabei das Sparkassengebäude an der Karwendelstraße. Bislang hatten die Mitarbeiter sowohl Erdgeschoss als auch ersten Stock genutzt. Nach dem Umbau, der im Juli abgeschlossen worden war, und der Umsetzung des neuen Filialkonzepts würden die Flächen im ersten Obergeschoss aber nicht mehr benötigt, erläutert Sparkassensprecher Willi Streicher auf Anfrage. Im April war geplant, die obere Etage als Büro zu vermieten. „Es gab einen Interessenten, der aber abgesprungen ist. Danach haben wir die Flächen ausgeschrieben. Es gab aber keine Nachfrage“, so Streicher.

Nun hat die Sparkasse beantragt, die Gewerbeeinheit in drei Wohnungen umwandeln zu dürfen. „Sie sollen die Größen 108, 82 und 43 Quadratmeter haben“, erläuterte Bauamtsmitarbeiterin Tanja Bux in der Sitzung am Montag. Benedikt Demmel (CSU) hatte damit „schon ein bisserl ein Problem“, bekannte er. Erst im April habe die Sparkasse die Nutzung als Büro beantragt. „Hier sind keine Bemühungen gemacht worden, Gewerbe reinzubringen“, sagte Demmel. Lieber setze man nun auf die Umwandlung in Wohnungen. „Das ist lukrativer.“ Christine Rinner (CSU) war eher besorgt, dass sechs Parkplätze an der Karwendelstraße wegfallen, weil diese den Wohnungsmietern zugeordnet werden. Diese Argumentation hielt Peter Gascha (FWG) für einen „totalen Witz“. Wären dort 300 Quadratmeter Büroflächen entstanden, wären für die Mitarbeiter deutlich mehr Parkplätze weggefallen, argumentierte er. Außerdem dürfe man doch nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, dass zahlreiche Büroflächen derzeit frei und nicht vermietbar seien. „Auf der anderen Seite brauchen wir Wohnraum, weil der einfach knapp ist“, sagte Gascha. „Hier müssen wir handeln.“ Zudem gehe es hier um eine „absolute Innenbereichslage. Der Antragssteller kann bauen, was er will“, ergänzte er. Unterstützung gab es von Andreas Wohlmuth (FWG). „Wir brauchen Wohnungen. Und ob das lukrativer ist – das geht uns einfach nichts an.“

Dem folgte die Mehrheit des Gremiums. Gegen die Stimmen von Christine Rinner und Benedikt Demmel wurde dem Antrag auf Nutzungsänderung zugestimmt – genauso wie einem Antrag auf Abweichung. Denn, so hatte Tanja Bux zuvor noch erläutert, die Bayerische Bauordnung sieht eigentlich vor, dass in Gebäuden mit mehreren Wohnungen ein Teil barrierefrei erreichbar sein muss. Da es hier aber keinen Aufzug gebe und auch keiner geplant sei, sei das hier nicht der Fall.

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