Der Lenggrieser Jahrmarkt – das Foto entstand im Oktober 2019 – zieht immer weniger Besucher an. Aber auch die Standlbetreiber bleiben gerade bei durchwachsenem Wetter aus. 
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Der Lenggrieser Jahrmarkt – das Foto entstand im Oktober 2019 – zieht immer weniger Besucher an. Aber auch die Standlbetreiber bleiben gerade bei durchwachsenem Wetter aus. 

Gemeinderat

Lenggrieser Märkte - braucht es ein neues Konzept?

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Zweimal im Jahr gibt es einen Markt in Lenggries. Die für 5. Juli geplante Veranstaltung muss wegen der Corona-Pandemie entfallen. Der Gemeinderat wird sich aber auch generell damit beschäftigen, ob und wie der Markt künftig stattfinden soll. Denn es gibt einige Probleme.

Lenggries – Ein Sonntag im Sommer sowie ein Sonntag und ein Montag im Herbst sind für den Jahrmarkt in der Lenggrieser Marktstraße reserviert. Nächster Termin wäre der 5. Juli. „Wir bekommen ziemlich viele Anfragen von Standlbetreibern, ob der Markt durchgeführt wird“, erklärte Tobias Riesch, Geschäftsleitender Beamter, warum das Thema am Montag in der Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung stand. Mit Blick auf die Corona-Regeln sei „vieles im Fluss“ und unklar, welche Rechtslage am 5. Juli gelten werde, sagte Riesch. Sicher sei aber, dass man große Menschenansammlungen vermeiden sollte und das Mindestabstands-Gebot sicher weiter gelte. Schon mit Blick darauf, entschied der Gemeinderat einstimmig, den Termin im Juli zu streichen.

Noch unklar ob und wie es generell weitergeht 

Das Gremium muss sich aber auch generell Gedanken machen, wie es mit dem Markt weitergeht. Es gebe nämlich einige Problempunkte, sagte Riesch. Beispielsweise sinken die Besucherzahlen – vor allem, wenn das Wetter schlecht ist. „Am Montag im letzten Oktober waren weder Besucher noch Standlbetreiber da“, sagte Riesch. Werde Regen angesagt, würden selbst die angemeldeten Fieranten nicht kommen. Dadurch entstünden große Lücken, die den Markt uninteressant machen. Neue Bewerber gebe es kaum – und wenn würden sie oft aus demselben Billigwaren-Segment kommen. Neue Anbieter würden aber auch von den alteingesessenen Standlbetreibern oft nicht gut aufgenommen, „weil sie befürchten, dass ihnen ein weiterer Teil vom ohnehin schon kleinen Kuchen wegbricht“, sagte Riesch.

Klagen von Geschäftsinhabern an der Marktstraße 

Klagen gebe es aber auch von den Geschäftsinhabern an der Marktstraße – dann, wenn die Standl nämlich direkt vor ihren Schaufenstern stehen. „Sie befürchten Umsatzeinbußen.“ Verschiebe man die Buden, würden sich wiederum die Fieranten beschweren, „weil sie sagen, dass sie ihre Stammkundschaft nicht mehr findet“. Nicht zuletzt würden immer mehr Standl durch Verkaufswagen ersetzt. Die sind aber breiter, das Freihalten des Rettungswegs werde so schwieriger.

Corona nicht das einzige Problem 

Eine generelle Entscheidung über die Zukunft der Jahrmärkte wollte Bürgermeister Markus Landthaler (FWG) am Montag nicht herbeiführen. „Wir müssen uns einfach Gedanken machen, wie wir weitermachen wollen“, sagte er. „Braucht es zwei Termine im Jahr oder reicht auch einer?“ Die Entscheidung müsse aber nicht sofort gefällt werden. FWG-Fraktionschef Günter Haubner regte an, das Thema an den Wirtschaftsbeirat zu delegieren. Birgitta Opitz (CSU) fragte sich, ob das Konzept des Jahrmarkts einfach überholt sei. „Wir müssen offen sein und uns überlegen, warum er nicht mehr zieht.“ Denn dass die Lenggrieser eigentlich gerne auf Märkte gehen, könne man jedes Jahr bei der „Sternennacht“ sehen. „Das ist ein tolles Konzept, das super angenommen wird“, sagte Opitz. Bei der langen Einkaufsnacht der Werbegemeinschaft haben viele Lenggrieser Geschäfte geöffnet, und es gibt es überall Live-Musik.

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