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An der Talstation des Finstermünz-Lifts hatte sich der Unfall im Februar 2018 ereignet.

Zusammenstoß auf der Piste endet vor Gericht

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Ein Ski-Unfall am Brauneck hatte jetzt für einen Skilehrer und einen Urlauber ein juristisches Nachspiel. Beide Männer hatten sich vergangenes Jahr bei einem Zusammenprall schwer verletzt.

Lenggries/WolfratshausenAm Faschingssonntag 2018 krachten zwei Skifahrer an der Talstation der Finstermünz-Sesselbahn im Skigebiet Brauneck frontal zusammen. Ein knappes Jahr später trafen sich die Beteiligten, ein Skilehrer aus Greiling (68) und ein Urlauber aus Pegnitz in Oberfranken (64), vor dem Amtsgericht wieder. Dort nahmen sie nebeneinander auf der Anklagebank Platz: Die Staatsanwaltschaft legte beiden Männern fahrlässige Körperverletzung zur Last. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von jeweils 300 Euro an die Bergwachten Bad Tölz und Wolfratshausen eingestellt.

Der Unfall hatte sich am 11. Februar vorigen Jahres gegen 12.45 Uhr ereignet. Der Skilehrer näherte sich mit einer Gruppe von acht Kindern im Alter zwischen acht und elf Jahren dem Lift – „sehr vorsichtig“, wie der Mann betonte. Der Skiurlauber fuhr vom Bayernhang kommend auf den Finstermünz zu. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der Skilehrer kurz vor Erreichen des Lifts die Spur wechselte, sich einen Moment zu seinen Schülern umdrehte und der Piste den Rücken zukehrte. Als er wieder in Fahrtrichtung schaute, fuhr er frontal in den 64-Jährigen, der laut Anklageschrift „mit überhöhter Geschwindigkeit über die östliche Ecke“ auf die Talstation zugefahren sein soll.

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Der Greilinger zog sich eine schwere Prellung am Oberschenkel zu. „Das Skifahren war in dem Winter für mich beendet“, betonte der 68-Jährige, der inzwischen wieder als Skilehrer arbeitet. Sein Unfallgegner hat „das Skifahren noch nicht wieder probiert“. Der Oberfranke trug einen Schlüsselbeinbruch sowie eine Schienbeinkopffraktur davon, die bis heute nicht ausgeheilt ist.

Beide Angeklagten wiesen die Anschuldigungen von sich. „Ich fuhr geradlinig, sodass ich von vorne gut gesehen werden konnte. Ich habe die Spur nicht gewechselt“, beteuerte der Greilinger und betonte: „Ich bin seit 39 Jahren staatlich geprüfter Skilehrer. Da werde ich wissen, wie man einen Lift anfährt.“ Beim Aufprall sei er „buchstäblich aus den Ski herausgeschossen“ worden. Sein Nachbar auf der Anklagebank, mit 20 Jahren Skierfahrung und ausreichenden Gebietskenntnissen auch kein Anfänger, widersprach dem Vorwurf, zu schnell gefahren zu sein. Er war „nach dem Frontalcrash in der Böschung neben der Piste gelandet“, aus der ihn drei Skifahrer hätten bergen müssen.

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Nach Anhörung eines Retters der Bergwacht und eines Polizeibeamten sowie der Auswertung diverser Fotos vom Unfallort kam Richter Helmut Berger zu dem Schluss, dass beide Beschuldigten ihren Teil zu dem Zusammenprall beigetragen hatten. „Ich sehe beide in der Verantwortung“, so Berger. „Aber es ist kein Urteil wert. Beide sollen froh sein, dass sie noch gehen können“, stellte der Richter fest und empfahl, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen.

Nach kurzer Diskussion einigten sich alle Verfahrensbeteiligten schließlich auf eine Summe von jeweils 300 Euro zugunsten der Bergwachten Bad Tölz und Wolfratshausen, die sich seinerzeit beide um die Verletzten gekümmert hatten.

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