Der Polizeihubschrauber Edelweiß brachte den Polizeibergführer zur Unfallstelle nahe der Stie-Alm.

Frontalzusammenstoß auf der Piste

Zwei Verletzte bei Skiunfall am Brauneck

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Lenggries - Schon wieder hat sich ein schwerer Unfall am Brauneck ereignet. Zwei Skifahrer stießen frontal zusammen. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

6000 bis 7000 Wintersportler tummelten sich laut Bergbahn-Chef Peter Lorenz in den vergangenen Tagen durchschnittlich im Skigebiet am Brauneck. Überschattet wurde das bislang besucherstärkste Wochenende dieses Winters durch den schweren Skiunfall am Sonntag knapp unterhalb der Stie-Alm, bei dem sich ein Münchner (45) unter anderem schwere Kopfverletzungen zuzog.

Laut Polizei nahm das Unglück gegen 13.15 Uhr seinen Lauf, als ein Skifahrer (48) aus Icking (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) mit seiner Frau und den beiden Kindern einen in diese Richtung eigentlich gesperrten Pistenabschnitt befuhr. Ihr Ziel war wohl der Idealhang-Lift. Dass der Einstieg von dieser Seite aus gar nicht möglich ist, wusste die Familie offenbar nicht, auch wenn ein Schild auf die Sperre hinweist. Gleichzeitig wollten drei Mitglieder der Bergwacht München im Rahmen ihres Dienstes den Hang in einem flachen Teilstück am unteren Ende queren. Es kam zum Frontalzusammenstoß zwischen dem Ickinger und dem Münchner.

„Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Münchner zur Seite geschleudert und prallte gegen den Pfosten eines Holzzauns“, sagt Polizeibergführer Lorenz Kellner. Obwohl der Mann einen Helm trug, verletze er sich schwer, vor allem im Gesicht. Da einer seiner beiden Begleiter zufällig Mediziner ist, konnte er sofort ärztlich versorgt werden. Der Skifahrer aus Icking zog sich nur leichte Verletzungen zu, obwohl er keinen Kopfschutz trug. Er wurde von der Bergwacht Lenggries mit dem Akia ins Tal und von dort mit dem Rettungswagen ins Tölzer Krankenhaus gebracht.

Auf dem Hang rechts neben der Stie-Alm stießen die beiden Familienväter zusammen.

Als Willi Härtle den Unfallort erreichte, war der Schnee zwar teilweise rot vom Blut, aber beide Verletzten waren ansprechbar. „Ich war sehr froh, dass nicht mehr passiert ist“, sagt der stellvertretende Bereitschaftsleiter der Bergwacht Lenggries. Gerade ein Frontalzusammenstoß unter Skifahrern könne oft schlimme Folgen haben. „Die sind schließlich mit 20 bis 30 Stundenkilometern unterwegs.“

Dem Münchner geht es aber den Umständen entsprechend gut, wie Heinz Neiber bestätigt. Noch am Sonntagabend besuchte der Bereitschaftsleiter der Bergwacht München seinen Kameraden in der Unfallklinik Murnau, wohin der Verletzte mit dem Rettungshubschrauber gebracht worden war. „Er wird nicht mehr intensivmedizinisch behandelt“, gibt Neiber Entwarnung. Obwohl der Helm seinem Kameraden die schweren Verletzungen nicht ersparen konnte, appelliert Neiber an alle Wintersportler, einen Kopfschutz zu tragen. „Ohne Helm wären die Verletzungen vermutlich noch schlimmer gewesen.“

Zeugen gesucht

Wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, ist der Polizei noch „ein Rätsel“, wie Josef Treffer von der Tölzer Inspektion sagt. Der Hang, den der Ickinger hinabfuhr, sei zwar eher steil. „Aber es handelt sich um einen recht übersichtlichen Bereich.“ Sicher ist aber, dass kein Alkohol im Spiel war. Um das Rätsel zu lösen, hofft Polizeibergführer Lorenz Kellner auf Zeugen, die den Unfall beobachtet haben. Allein unter den Gästen der Stie-Alm, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Sonnenterrasse befunden haben, dürften einige die Ereignisse aus nächster Nähe gesehen haben. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter 0 81 71/93 51 0 entgegen. 

Es ist bereits der zweite schwere Skiunfall am Brauneck innerhalb weniger Tage. Wie berichtet, war am 18. Januar ein Dachauer gegen einen Baum geprallt. Trotz Helms erlitt er tödliche Verletzungen.

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