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Die Isar sieht schön aus, hat aber im Abschnitt zwischen Sylvensteindamm und Bad Tölz Defizite – vor allem im Bezug auf den Lebensraum der Fische. Die Europäische Rahmenrichtlinie schreibt vor, dass sich das bis 2027 ändern muss.  

Lenggrieser Gemeinderat

Zustand der Isar zwischen Sylvenstein und Tölz ist „unbefriedigend“

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Die Isar zwischen Sylvensteinspeicher und Bad Tölz ist in schlechtem Zustand. Das muss besser werden – sagt die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Wie das gehen soll, steht in einem Konzept des Wasserwirtschaftsamts. Mit dem befasste sich jetzt der Lenggrieser Gemeinderat.

Lenggries Die europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert den „guten ökologischen Zustand“ aller Gewässer. Wird dieser irgendwo nicht erreicht, müssen Konzepte und Maßnahmen entwickelt werden, um die Defizite zu beheben. Letztere gibt es auch bei der Isar zwischen Sylvensteinspeicher und Bad Tölz. Hier ist der Zustand „unbefriedigend“ – und zwar vor allem mit Blick auf die Fische. „Der Fokus der Maßnahmenplanung im Umsetzungskonzept liegt daher auf der Entwicklung und Verbesserung von Fischlebensräumen“, sagte Bauamtsleiter Anton Bammer in der Gemeinderatssitzung. Bis 2027 soll der gute ökologische Zustand hergestellt werden. Daher müssten die vorgeschlagenen Verbesserungen bis spätestens 2024 umgesetzt sein.

Neben dem Einsetzen von Totholz, um Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, sind unter anderem Fischaufstiegshilfen am Flecker und am Leger Wehr vorgesehen sowie eine Sohlgleite an der Isarburg, die die Durchgängigkeit an dieser Stelle erhöhen soll.

An anderen Stellen soll die Uferverbauung entfernt werden, um der gezähmten Isar ein wenig ihrer früheren Wildheit zurückzugeben. 2,1 Kilometer hat das Wasserwirtschaftsamt Weilheim zwischen Hohenwiesen und Bad Tölz identifiziert, „die ohne Gefährdung der Siedlungen und Verkehrswege entfernt beziehungsweise rückverlegt werden können“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Uferabbrüche in diesen Bereichen werden in Kauf genommen. Tatsächlich hätten sie sogar einen positiven Nebeneffekt: Sie sorgen für Geschiebe im Fluss, das der Isar durch den Sylvensteindamm fehlt.

Die Einschätzung, dass das Entfernen der Uferverbauung an allen ausgesuchten Stellen problemlos möglich ist, teilt die Lenggrieser Verwaltung allerdings nicht. In Schlegldorf (Höhe Seiboldhöfe) „führt der Fußweg unmittelbar an der Isar entlang“, sagte Bammer. Entferne man dort die Steine, habe das „sicherlich zur Folge, dass der Weg bei einem Hochwasserereignis beschädigt oder ganz zerstört würde“.

Dem Rückbau in diesem Bereich stimmte der Gemeinderat nicht zu. Generell begrüßt er aber das Konzept. „Die Wasserrahmenrichtlinie bringt uns Dinge, deren Umsetzung man sich jahrzehntelang nicht träumen ließ“, sagte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl, selbst passionierter Fischer. Hier würden Missstände behoben, die man seit Langem anprangere. „Das stellt eine starke Verbesserung dar. Es ist aber wichtig, dass die Gemeinde und alle Beteiligten bei der Umsetzung mitgenommen werden“, richtete Schöttl einen Appell ans Wasserwirtschaftsamt.

Hans Proisl (FW) glaubt, dass der „unbefriedigende“ Zustand der Isar in erster Linie auch an den vielen Booten liegt, die dort unterwegs sind. „Da fehlt mir ein Vorschlag vom Wasserwirtschaftsamt, wie sie damit umgehen wollen.“ Das sei hier nicht das Thema, antwortete Bürgermeister Werner Weindl (CSU). Allerdings befasse sich das Landratsamt derzeit mit dem Entwurf einer Isarverordnung, die das Bootfahren regeln soll. „Beim Wasserwirtschaftsamt geht es um hydromorphologische Maßnahmen. Ich weiß nicht, was das alles ist, aber Bootfahren gehört nicht dazu.“

Nicht ganz zum Thema passte auch der Beitrag von CSU-Fraktionschef Bernhard Simon. Weil ihn die Sache aber seit Langem wurmt, wollte er es trotzdem ansprechen: Entlang des Wegs an der Isar „schaut es aus wie Kraut und Rüben“. Das Wasserwirtschaftsamt holze dort aus, arbeite die Bäume aber nicht auf, sondern lasse alles einfach liegen. „Ich finde das nicht schön.“

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