Lenggrieser Kaserne: Gemeinde wehrt sich gegen Denkmalschutz

Lenggries - Unkritischer Gehorsam ist dem Lenggrieser fremd. Deshalb mag sich der Gemeinderat auch nicht einfach den Denkmalschutzplänen für die Kaserne beugen.

Vom Mulistall bis zum Offizierheim, von den Unterkunftsgebäude bis zum Jägerhäusl: Das Landesamt für Denkmalpflege sieht fast alle Bauten auf dem ehemaligen Militärgelände als schützenswürdig an. Die in den 30er-Jahren errichtete Kaserne bilde „ein wichtiges Zeugnis der Deutschen Gebirgsjägereinheiten“, heißt es unter anderem in der Begründung.

Das hört sich erstmal schön an, sei allerdings in weiten Teilen „eine Luftnummer“, echauffiert sich Gemeinderat und Volkskundler Stephan Bammer. Er sprach von „kühnen Herleitungen“, fehlender Substanz, völliger Kritiklosigkeit gegenüber der damals herrschenden Ideologie und nicht stichhaltigen Begründungen der Fachstelle. Die gesamte Einschätzung beruhe nicht auf Belegen, sondern allein auf Behauptungen, so Bammer weiter. Dies alles trage nicht dazu bei, die Denkmalfähigkeit der Gebäude wirklich nachzuweisen. „Und wenn das nicht geht, darf man sie auch nicht in die Denkmalliste eintragen.“

Auf acht Seiten hat der Gemeinderat (Freie Wähler) seine Bedenken zusammengeschrieben. Einstimmig beschlossen wurde in der Sitzung am Montag, Bammers Ausführungen als gemeinsame Stellungnahme des Gemeinderats an das Landesamt zu senden (va).

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