Alternativstandort in Österreich

Lenggrieser Kaserne: Investor drängt auf Entscheidung

Lenggries - Voraussichtlich Ende März wird sich der Gemeinderat wieder mit der Zukunft der Lenggrieser Kaserne befassen. Zuletzt hatte man dem Käufer einen Fragenkatalog mit auf den Weg gegeben.

Den hat die Projektgesellschaft Action Sports abgearbeitet. Während sich die Gemeinde mit Auskünften zum Thema Freizeiteinrichtung Camp Woodward recht bedeckt hält, ist Investor Carl Georg Zwerenz weit gesprächiger - auch weil er sich über einige Aussagen der Gemeindevertreter in der Vergangenheit geärgert hat. „Beispielsweise ist immer wieder gesagt worden, dass die Gemeinderäte das Konzept erst seit ein paar Wochen kennen. Das ist ein Witz.“ Bereits im Mai 2010 habe Hans Geiger im Gremium die Idee vorgestellt.

Er hofft, dass in der März-Sitzung nun tatsächlich über das Thema entschieden wird. Denn ewig könne man am Standort Lenggries nicht festhalten, so positiv man ihn auch finde. „Wir haben zwei Alternativen: Eine in Spanien und eine in Österreich, wo uns die Gemeinde den nötigen Grund schenken würde“, sagt Zwerenz. Was ihn kolossal ärgert, ist, „dass kein einziger mal sagt, dass er die Idee toll findet“.

Auch über den Fragenkatalog hat er sich gewundert. „Ich könnte verstehen, wenn die Gemeinderäte sagen: ,Beantwortet das und das positiv, dann können wir zustimmen‘“, so Zwerenz. „Die Gemeinde sagt aber: ,Gebt uns erst einmal alles Mögliche und zahlt alles - aber wir sind trotzdem völlig frei in unserer Entscheidung.‘“

Dennoch hat man die Fragen beantwortet. Beispielsweise verpflichtet sich Action Sports dazu, das Camp mindestens zehn Jahre lang zu betreiben. Auch wenn man „die Vereinbarung einer Betriebspflicht als sehr ungewöhnlich empfindet“. Eine weitere Frage lautet, ob das Camp auch realisiert werden kann, wenn die Gemeinde der beantragten Wohnbebauung auf dem Areal des zweiten Käufers - der Luitpolderhofe GmbH - nicht zustimmt. Wie berichtet, hatte sich GmbH-Chef Peter Wasner bereit erklärt einen Teil seiner Flächen an das Camp zu verkaufen - unter der Voraussetzung, dass ihm die Gemeinde auf seinem verbleibenden Areal Wohnhäuser genehmigt. Tatsächlich aber braucht Action Sports die angebotenen zusätzlichen Flächen „nicht unbedingt“. Ein Bau des Camps sei auch ohne möglich.

Zwei Forderungen der Gemeinde will oder kann die Projektgesellschaft nicht nachkommen. „Wir können nicht im Grundbuch eintragen lassen, dass wir auf ewig auf Wohnbebauung verzichten“, sagt Zwerenz. „Das stellt eine Enwtertung des Grundstücks gerade auch gegenüber den Banken dar.“ Da man sich aber zum Betrieb des Camps verpflichte, seien die gemeindlichen Interessen gesichert.

Auch nicht vorlegen könne man eine Finanzierungsbestätigung durch eine Bank. Das hat mehrere Gründe: Die ersten Bauabschnitte stemme man mit Eigenkapital. „Die Bank brauchen wir frühestens in drei Jahren“, sagt Zwerenz. Soweit im Voraus könne keine Bank eine Finanzierungszusage geben, „weil sie diese Zusage voll durch Eigenmittel decken oder die Mindestsicherung bei der Bundesbank hinterlegen müsste“. Zudem wolle sich aber auch Action Sports nicht jetzt an eine Bank binden, wenn erst in drei Jahren eine Finanzierung benötigt wird.

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