Stellwerksstörung: Verzögerungen und Teilausfälle auf der Stammstrecke

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Alkoholmissbrauch an Leonhardi ist schon von jeher ein Thema (wie auf unserem Archivfoto von 2001). So schlimm wie heuer war’s aber wohl noch nie.

Leonhardi: Alkoholexzesse wie nie

Bad Tölz - „So schlimm wie noch nie“ seien die Alkoholexzesse am Rande der Wallfahrt gewesen, meldeten am Sonntag die, die’s wissen müssen: die Helfer von Polizei und Rotem Kreuz. Die Einsatzzahl verdreifachte sich im Vergleich zu 2009.

„Nie wieder“ werde er sich freiwillig zum Dienst an Leonhardi melden, sagte Dr. Michael Kulzer am Sonntag im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. Der Oberarzt in der Inneren Abteilung der Stadtklinik hatte nach einem relativ ruhigen Leonhardi 2009 keine Vorstellung, was ihn diesmal erwarten würde.

Leonhardifahrt in Bad Tölz

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Bis zu drei Ärzte waren allein auf der Internen am Samstag im Dauereinsatz. Während des Zugs mussten Besucher behandelt werden, denen es wegen des langen Stehens schlecht geworden war, vor allem ältere Damen, die zu wenig Wasser getrunken hatten. Die meisten konnten kurz darauf wieder entlassen werden.

Schon am Vormittag gab’s allerdings die ersten Schnapsleichen. Richtig schlimm wurde es in der Zeit bis Mitternacht, als ein Volltrunkener nach dem anderen eingeliefert wurde. Keine Probleme gab’s mit jenen, die nur nicht mehr wussten, wo sie sind und ansonsten ruhig blieben, so Kulzer. „Richtig ärgerlich war’s aber mit denen, die dann randaliert und rumgepöbelt haben.“

Ein Teil der Leonhardi-Geschädigten verbrachte die Nacht sogar auf der Intensivstation. Bis gestern Mittag waren dann fast alle entlassen. Ähnlich schlimm ging es auch auf der Chirurgischen Abteilung zu.

„350 Prozent mehr Einsätze als 2009“, das war gestern Mittag die Einschätzung von Phillip Reizner, der für die 45 ehrenamtlichen Helfer des BRK (und acht Fahrzeuge) den Einsatz vom Lageraum in der Tölzer Polizeiinspektion aus leitete. Schon während der Wallfahrt mussten 26 Menschen versorgt werden, ein Drittel wurde ins Krankenhaus gebracht. Und ab 15 Uhr, als die Rettungsleitstelle übernahm, waren die vier Rettungswagen zwischen Geretsried und Lenggries pausenlos in der Kreisstadt im Einsatz. Genaue Zahlen werden für heute erwartet.

Die Bilanz der Tölzer Polizei lag gestern Mittag im E-Mail-Postfach der Redaktion. Acht Einsatzmeldungen, die unmittelbar mit Leonhardi zu tun hatten (siehe rechts): Vor allem Prügeleien im Suff, aber auch der „Klassiker“, wie die Polizei schreibt: Zwei betrunkene Fußgänger stoßen frontal zusammen, beide sind verletzt.

Unvorbereitet war die Tölzer Polizei jedenfalls nicht in dieses Samstags-Leonhardi gegangen: Zwei Drittel der Belegschaft der Inspektion, das sind 32 Beamte, waren im Einsatz, dazu noch einige Fremdkräfte aus anderen Dienststellen. Gewarnt war die Polizei schon deshalb, weil sie bereits Kenntnis hatte von einem „Freundeskreis“ im Internet-Netzwerk Facebook: 6000 vorwiegend junge Leute sollen sich dort verabredet haben, zum Saufen an Leonhardi in Bad Tölz.

(job)

Leonhardifahrt in Benediktbeuern

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