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2010 stand Leonhardi im Zeichen von Alkohol-Exzessen - 2011 soll es in Tölz traditioneller zugehen.

Leonhardi 2011: Weg vom Exzess

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Bad Tölz - 2010 war es zur Leonhardifahrt in Bad Tölz derart hoch hergegangen, dass die Verantwortlichen Konsequenzen zogen und in diesem Jahr weg vom Exzess und zurück zur Tradition wollen. Ein Rück- und Ausblick:

Die Wägen sind geschmückt, die Absperrgitter stehen bereit und das Sicherheitspersonal ist bestens vorbereitet: Leonhardi kann am Montag kommen. Wenn das Wetter weiterhin so schön bleibt, wird Bauamtsleiter Christian Fürstberger auch noch einmal die kurze Hose aus dem Schrank holen. „Besser wäre es aber, wenn es ein wenig kühler wird“, sagt er. Denn dann kämen weniger Besucher als 2010. Da waren es um die 25 000 – und es ging teils hoch her.

"So schlimm wie noch nie" waren die Alkoholexzesse, die Bilanz fiel vernichtend aus: Betrunkene, Schnapsleichen und Scherben statt Tradition und Brauchtum. Helfer von BRK und Polizei vermeldeten eine verdreifachte Einsatzzahl im Vergleich zum Jahr 2009.

Bereits wenige Tage nach Leonhardi war klar, dass die Veranstalter die Konsequenzen ziehen müssen. In einer konstruktiven Nachbesprechung gingen die Verantwortlichen das Thema offen an - und vereinbarten die Eckpunkte für die "neue" Leonhardifahrt. Die sollte weg vom Alkoholexzess am Sonntag - hin zu einer traditionellen Variante, in diesem Jahr erstmals an einem Montag.

Neues Sicherheitskonzept

Deshalb wurde heuer ein neues Sicherheitskonzept entwickelt. Dieses sieht unter anderem vor, dass Am Schlossplatz nicht mehr geparkt werden kann. Der Raum ist den Rettungskräften vorbehalten – uns als Notlandeplatz für Hubschrauber. Angst, keinen Parkplatz zu bekommen, muss laut Brita Hohenreiter von der Tourist-Info aber niemand haben: „In ganz Tölz gibt es rund 2000 Parkplätze. Da geht immer was.“ Und noch eine gute Nachricht: Außer dem Zentralparkhaus sind alle Parkplätze an Leonhardi kostenfrei. Allerdings rät Hohenreiter den Gästen, frühzeitig anzureisen: „Ab 8.30 Uhr kann es ganz schön eng werden.“

Die besten Bilder aus dem Jahr 2010

Leonhardifahrt in Bad Tölz

Das Gedränge brachte in den Vorjahren Probleme mit sich: „Die Rettungskräfte haben sich schon über das wilde Parken aufgeregt“, sagt Fürstberger. Etwa in der Austraße. Das soll am Montag anders werden: „Wir werden abschleppen lassen“, sagt der Bauamtsleiter. „Massiver, als in den vergangenen Jahren.“

Aufgestockt hat die Stadt auch das Sicherheitspersonal. Neben Feuerwehr und Polizei werden rund 40 Mitarbeiter des Bauhofs die Wallfahrt begleiten. Dazu kommen noch einmal fünf Ordnungskräfte aus dem Rathaus.

Außerdem wurden einige „neuralgische Punkte“ an der Strecke entschärft. „Einer von ihnen ist die Jägergasse“, sagt Hohenreiter. Dort dürfen heuer keine Zuschauer mehr stehen.

Trotz Verlegung: Leonhardi bleibt Zuschauermagnet

Apropos Zuschauer, gab es eigentlich viele Buchungen, extra für Leonhardi? „Wir bekommen immer noch Anfragen“, sagt Hohenreiter. Nicht verwunderlich, dass die nun erst kommen: „Immer öfter wird kurzfristig gebucht. Gerade, wenn das Wetter passt“, sagt die Tourismus-Expertin. Sie bedauert allerdings eines: „Durch die Verlegung der Wallfahrt auf Montag kommen in diesem Jahr weniger Busgruppen.“

Dennoch: Hohenreiter und Fürstberger hoffen auf viele Wallfahrer – und einen ruhigen Tag. Damit die Stimmung besinnlich und nicht feucht-fröhlich wird, ist der Ausschank von Alkohol auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen untersagt.

Neben der Erstellung des Sicherheitskonzepts arbeitet die Tourist-Info auch noch im Internet an der Sicherheit: „Wir durchsuchen die sozialen Netzwerke, um herauszufinden, ob wieder Leonhardi-Verabredungen getroffen werden“, sagt Hohenreiter. Ein Problem aus dem Vorjahr, dass heuer anscheinend (noch) nicht besteht: Bislang hätten Hohenreiter und ihre Mitarbeiter „noch keine Saufgruppe“ im Internet gefunden.

Steffi Brendebach

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