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Die Besuchermassen, die heuer zur Leonhardifahrt kamen, waren nicht mehr kontrollierbar.

Nach Alkoholexzess: Leonhardifahrt auf Montag verlegt

Bad Tölz - Die Tölzer ziehen Konsequenzen aus den Alkoholexzessen bei der Leonhardifahrt: Nächstes Jahr wird die Veranstaltung auf Montag verlegt.

Die Tölzer Leonhardifahrt wird im Jahr 2011 am Montag, 7. November, stattfinden und nicht auf den Samstag vorverlegt werden. Es ist kurioserweise eine Rückkehr zur alten Tradition. Früher war es nämlich üblich, dass die Leonhardifahrt, fällt sie auf einen Sonntag, auf den darauffolgenden Montag verschoben wurde. Erst in den 1970er-Jahren wurde, um besonders besucherfreundlich zu sein, auf den Samstag als Ausweichtag umgeschwenkt.

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Das führte heuer dazu, dass schätzungsweise 25 0000 bis 30 000 Besucher in Bad Tölz waren. Das sei, so räumte Bürgermeister Josef Janker in der gestrigen Stadtratssitzung ein, eine Besuchermenge gewesen, „die nicht mehr kontrolierbar war“. Es habe zum Teil keine Freiräume mehr in der Marktstraße gegeben, wo die Menschen hätten ausweichen können. Das hatten auch die Polizei und Rettungsdienste bei ihrer Manöverkritik stets betont.

Leonhardifahrt in Bad Tölz

Leonhardifahrt in Bad Tölz

Es war Kurdirektor Klaus Pelikan vorbehalten, die Problematik in der Weihnachtssitzung des Stadtrats vorzutragen. Er sei nämlich als Kurdirektor der verantwortliche Veranstalter und ist, so hat Bürgermeister Janker recherchiert, „auch dran, wenn etwas passiert“.

Pelikan fühlte zwei Seelen in seiner Brust schlagen. Als Touristiker „leben wir davon, dass so etwas am Wochenende stattfindet. Da kommen mehr Besucher.“ Auch sei zu erwarten, dass bei einer unüblichen Verschiebung auf Montag nicht alle Reiseunternehmen davon erfahren - trotz aller Infomaßnahmen. Es sei also zu erwarten, dass nächstes Jahr irgendein Reisebus am Samstag vor der Tourist Info stehe. Deren Mitarbeitern falle dann die unerfreuliche Aufgabe zu, der Busbesatzung mitzuteilen, dass sie zwei Tage zu früh dran sind. Genau diese Erfahrung haben man vor einigen Jahren mit einem Bus aus Bozen bei den Rosentagen gemacht. Außerdem, so listete Pelikan ein weiteres Argument für den Samstag auf, gebe es jetzt schon Buchungen für nächstes Jahr.

Die Empfehlung des Kurdirektors, die „ich gerne Ihnen überlassen hätte“, fiel dennoch eindeutig aus. Letztlich sei die Sicherheit das entscheidende Argument. „Ich will die Verantwortung nicht übernehmen.“

Der Beschluss im Tölzer Stadtrat fiel nach der Diskussion (wir berichten noch) einstimmig. Erst im Jahr 2021 wird man übrigens das Problem haben, dass die Wallfahrt wieder ganz regulär auf einen Samstag fällt. Bis dahin werde bestimmt, so Josef Janker, das neue Sicherheitskonzept greifen, das derzeit in Arbeit ist. Bis März werde ein ganzes Bündel von weiteren Maßnahmen beraten und beschlossen sein.

Ziel solle nach den Worten des Bürgermeisters sein, die „negativen Begleiterscheinungen“ in den Griff zu bekommen und den Wallfahrtscharakter wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

(Christoph Schnitzer)

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