Ohne das Statussymbol Handy kommt heute kaum noch ein Schüler aus. Die Folgekosten haben allerdings viele nicht im Griff und tappen in die Schuldenfalle. Foto: dpa

Lernen, was das Geld wert ist

Bad Tölz-Wolfratshausen - Um zu verhindern, dass Jugendliche schon im Teenager-Alter Schulden anhäufen, bietet die Caritas seit Kurzem Beratungen an Schulen an.

Jeder zehnte junge Erwachsene ist überschuldet, sagt Elisabeth Friedrich. Die Sozialpädagogin ist zuständig für die Schuldenprävention bei der Caritas in Bad Tölz. Seit September hat sie 77 Stunden in 36 Klassen der Haupt-, Real- und Berufsschulen im Landkreis gehalten. „Ab 14 Jahren geht’s los“, schildert Friedrich. „Manche haben in dem Alter schon drei Handyverträge und sämtliche Klingeltonabos. Das summiert sich.“ Und rasch haben die Jugendlichen, mehr Geld ausgegeben, als sie haben.

„Da geht es sicherlich um Statussymbole“, sagt die Beraterin. „Die Jugendlichen wollen dazugehören.“ Außerdem sei es eine Generationenfrage. „Die heutige Jugend meint, sie kann alles haben“, so Friedrich. Dazu komme ein mangelndes Gefühl für den Wert des Geldes.

Die Caritas-Expertin zeigt den Jugendlichen die größten Gefahren auf: vor allem die, den Überblick zu verlieren und sich zu überschulden. Das kann nämlich eine Belastung fürs spätere Leben sein. Wer einen sogenannten Schufa-Eintrag hat, für den wird es schwer, noch Kredite zu bekommen. Friedrich übt mit den Schülern zum Beispiel, einen Haushaltsplan aufzustellen - „damit man nicht mehr ausgibt, als man hat“. Außerdem versucht sie, den Schülern andere Werte als rein materielle nahezubringen: „Freunde kann man nicht kaufen.“ (mak)

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