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An die Wand gefahren: Die Tölzer Löwen.

Tölzer Löwen: Insolvenzantrag per Fax

Bad Tölz - Per Fax hat Löwen-Geschäftsführer Horst Fussek am Samstagnachmittag das Insolvenzverfahren beantragt.

Per Fax hat Löwen-Geschäftsführer Horst Fussek am Samstagnachmittag das Insolvenzverfahren beantragt.

„Niedergeschlagenheit und Bitternis“ hätten ihn bei diesem Schritt begleitet, der kurz vor Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist nicht zu ändern gewesen sei. Dabei führt Fussek nach eigenen Worten „immer noch zwei, drei Gespräche“ mit Investoren und beteuert, dass der Antrag auch zurückgezogen werden kann, solange das Verfahren nicht eröffnet ist. Die nächsten Tagen würden Klarheit bringen.

Hat er nicht die Verantwortung für das Debakel? „Das ist im Nachhinein immer leicht gesagt“, antwortet Fussek, will aber eigene Fehler bei der Kontrolle der externen Buchhaltung nicht verneinen. „Bitternis“ hingegen empfindet Fussek, weil „sehr viele Privatpersonen mitgeholfen haben“ und „von maßgeblichen Stellen allein gelassen worden sind“. Meint er die Stadt? Fussek: „Unter anderem.“

Andreas Wiedemann, zweiter Bürgermeister von Bad Tölz.

Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann, der derzeit die Amtsgeschäfte führt, kann darüber nur lachen: „Es war von Anfang an klar, dass wir die Schuldigen sein sollen. Die Stadt ist aber nicht verantwortlich, wenn ein Unternehmen wirtschaftlich schlecht geführt wird.“ Bei der TEG sei seit langem viel aus dem Ruder gelaufen. „Aber wenn ich dann schon laut und massiv werde, muss ich das am Anfang der Saison tun und nicht am Ende.“

Wie geht’s nun weiter? Das Amtsgericht muss nun den Insolvenzverwalter bestimmen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Wolfratshauser Rechtsanwalt Dr. Josef Hingerl der Wunschmann der Löwen ist. Er schaffte 2003 das Kunststück, bei der ersten Pleite den Fall der Löwen ins Eishockey-Nichts zu verhindern und einen Neustart in der 2. Bundesliga anzugehen. Fussek bestätigt den Namen, verweist aber auf die Zuständigkeit des Amtsgerichts.

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Hoffen auf den weißen Ritter

Die Löwen-Spieler verteidigen in einer Presseerklärung einen Spielerstreik im gestrigen Auswärtsspiel gegen Heilbronn. Die Mannschaft („Wir haben vermutlich den Fehler begangen, zu lange mit uns spielen zu lassen“) übt in dem Schreiben harsche Kritik an der Geschäftsführung: „Unsere Zuverlässigkeit wurde nicht mit gleichwertiger Verlässlichkeit seitens der Verantwortlichen der Tölzer Eissport GmbH beantwortet.“

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