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Los geht’s mit der Hüttengaudi in den Tölzer Bergen

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Von: Felicitas Bogner, Gabi Werner

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Freuen sich auf die erste Saison auf der Tölzer Hütte: Die neuen Wirte Miriam Däubler und Mathias Petter.
Freuen sich auf die erste Saison auf der Tölzer Hütte: Die neuen Wirte Miriam Däubler und Mathias Petter. © Privat

Rein in die Wanderschuhe: Das ist spätestens dieser Tage die Devise im Tölzer Land. Zu einer vernünftigen Tour gehört aber auch eine zünftige Einkehr – und manchmal ein Bett. Wer öffnet wann? Und wo gibt es noch ein freies Schlafplätzchen?

Bad Tölz-Wolfratshausen – Vor Corona war er bereits beliebt, in den vergangenen beiden Jahren des Lockdowns und der Reisebeschränkungen hat er förmlich einen Boom erfahren: Der Bergsport. Auf den Besuch zahlreicher Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker haben sich die Hüttenwirte gewappnet. Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV), ist überzeugt: „Wir werden einen Andrang im Gebirge erleben.“ Gerade in den Hotspots der bayerischen Alpen rechnet er mit einem großen Zulauf.

Zu diesen Hotspots zählt zweifellos die Tegernseer Hütte zwischen Roß- und Buchstein. Diese ist vergangenes Wochenende bereits aus dem Winterschlaf erwacht. Wer hier in einem der beiden neu hergerichteten Schlaflagern nächtigen will, muss schnell sein. „Wir haben schon viele Anmeldungen“, berichtet Michl Ludwig, Pächter der DAV-Hütte. Im Mai, Juni und Juli gebe es noch wenige Restplätze.

Tegernseer Hütte: Beim Übernachten gilt weiter 3G

Während in vielen anderen Hütten die pandemiebedingten Einschränkungen kein Thema mehr sind, kann man hier auch heuer nur gegen Vorlage eines 3G-Nachweises übernachten. Zudem möchte der Wirt zwischen den unterschiedlichen Besuchergruppen weiterhin einen Platz frei lassen. „Bei uns geht’s verdammt eng zu“, begründet Ludwig die Vorsichtsmaßnahmen. Damit will er seine Mitarbeiter und sich selber vor einer Corona-Infektion schützen. „Wenn zwei Leute ausfallen, ist es nicht mehr machbar.“

Ein Novum ist die Saison für Mathias Petter und Miriam Däubler. Sie sind die neuen Wirte der Tölzer Hütte am Schafreuter (wir berichteten). Der gelernte Tischler und Restaurant-Fachmann und die Köchin haben seit vergangenem Samstag offen. „Bisher aber nur für Gastrogäste. Übernachtungen sind erst ab diesem Wochenende möglich“, sagt Petter, der aus Kappl im Paznaun kommt. Insgesamt stehen 73 Übernachtungsplätze zur Verfügung. Mit „Respekt und großer Freude“ startet das Paar in ihre erste Hüttensaison auf 1835 Metern. Die gelernte Hauswirtschafterin Däubler hat sich für die Speisekarte etwas Besonderes einfallen lassen. „Neben den Klassikern gibt es bei uns auch Gerichte für alternativere Ernährungsweisen.“ Dabei würden Veganer und auch Menschen, die sich glutenfrei ernähren, nicht zu kurz kommen. „Ein Allrounder ist mein Chili con Quinoa.“

Dis Binsalm im Karwendel ist mittlerweile wieder gut erreichbar. 
Dis Binsalm im Karwendel ist mittlerweile wieder gut erreichbar.  © Privat

Auf der Binsalm war Saisonstart am 4. Mai. „Das Hochkommen klappt schon sehr gut“, sagt Wirtin Michaela Larcher mit Blick auf die hohe Lage ihrer Alm im Karwendel. Vor allem sei die Nachfrage bei den Übernachtungen groß. „Nun hoffe ich, dass auch das Tagesgeschäft bei gutem Wetter wieder richtig anläuft“, sagt sie. Die umliegenden Hütten wie beispielsweise die Lamsenjochhütte oberhalb der Eng ist noch geschlossen und wird voraussichtlich im Juni wieder eröffnen. Ähnliches gilt für die Falkenhütte.

Lenggrieser Hütte: Kein Ruhetag in den Sommermonaten

Nach nur einem Monat Ruhepause hat Michaela Durach am 1. Mai die Lenggrieser Hütte am Seekar aufgesperrt. Vor allem in der vergangenen Woche sei „viel los“ gewesen. Dies führe sie auf das sonnige und warme Wetter zurück. „Da kommen immer recht viele.“ Mit der Buchungslage für Übernachtungen sei sie ebenfalls zufrieden. Neu ist, dass es heuer auf der Hütte bis November keinen Ruhetag mehr gebe. „Früher war dienstags zu.“ Wer zur Hütte will, sollte derzeit den Grasleitensteig meiden. Seit vergangenem Montag ist er wegen Fällarbeiten voraussichtlich für zwei Wochen gesperrt.

Michaela und Florian Durach bewirten die Gäste auf der Lenggrieser Hütte im Sommer täglich. 
Michaela und Florian Durach bewirten die Gäste auf der Lenggrieser Hütte im Sommer täglich.  © arp/A

Auch die Tutzinger Hütte am Fuß der Benediktenwand ist für den Sommer gerüstet. Wirt Thomas Jauernig hat Ende April seine Türen geöffnet. „An Wochenenden und bei gutem Wetter läuft es super“, zieht er eine erste Bilanz. Der Blick in den Kalender stimme ihn ebenfalls zufrieden. „Was Übernachtungen betrifft, haben wir für Samstage bis in den August rein fast keinen Platz mehr.“ Sowohl sein Team als auch seine Gäste seien sehr froh, dass nun wieder Normalität eingekehrt sei. „Ohne Tests und Datenerfassung ist das eine immense Erleichterung“, so Jauering.

Die Kirchsteinhütte im Längental lockt das ganze Jahr Wanderer und Familien an. Neben Kaiserschmarrn und Co. hat Wirtin Anna Bauer auch 40 Übernachtungsplätze im Angebot. „Bei gutem Wetter haben wir immer viele Tagesgäste.“ Bei den Übernachtungen hingegen würde es noch etwas schleppend anlaufen.

Bayernhütte 365 Tage im Jahr offen

365 Tage pro Jahr hat die Bayern-Hütte auf dem Brauneck geöffnet. Während die anderen Brauneck-Hütten in der Zeit der Bergbahnrevision zu hatten, gab es hier Verpflegung, Schlafplätze und sogar einen Whirlpool für Bergsportler. „Unsere Kunden schätzen das sehr“, sagt Wirt Michael Geyer. Aktuell würden Gäste auf der Bayern-Hütte im Durchschnitt zwei Nächte bleiben. Auch verzeichne er wieder vermehrt Buchungen für Firmenevents. „Das Geschäft mit Tagungen und Co. geht für uns jetzt zum Glück wieder los.“

Marianne Obermüller stellt auch einen Aufschwung an Firmenbuchungen auf den Almen fest. Die Wirtin der Stie-Alm übernimmt zu dieser Saison – wie berichtet – auch die Quenger Alm am Brauneck. Seit 13. Mai läuft auf der Stie-Alm der Betrieb wieder, kommenden Samstag werde sie auch die Türen der Quenger Alm aufsperren. „Ich freue mich riesig auf den Almsommer und auch darauf, endlich wieder in die Gesichter der Gäste blicken zu können.“ Eine Erleichterung sei das Ende der Maskenpflicht auch für ihre Mitarbeiter. „Mit Maske in kleinen Hütten bei Hitze zu arbeiten, war wirklich anstrengend“, sagt sie.

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