Statistik 2017 

Mehr Todesopfer auf den Straßen

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Mehr Unfälle, mehr Todesopfer: Die Polizei hat die Statistik für 2017 vorgelegt. Es gibt aber auch positive Tendenzen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es war ein schrecklicher Unfall, der sich im vergangenen Mai bei Icking ereignete. Zwei 19-jährige Männer starben, als sie mit einem BMW auf regennasser Fahrbahn von der Straße abkamen und gegen einen Baum prallten. „Das war für uns alle dramatisch“, schildert Tony Lechner, Verkehrsexperte bei der Wolfratshauser Polizei.

Daneben gab es neun weitere Verkehrstote im Landkreis, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt: Zwei mehr als im Jahr zuvor. Die meisten davon im Bereich der Inspektion (PI) Bad Tölz. Dabei waren die Ursachen laut Alois Grünwald recht unterschiedlich.

Bei einem Unfall im März in der Nähe von Bichl, bei dem eine Porsche-Fahrerin und ihr Beifahrer ums Leben kamen, waren zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol im Spiel. Ebenfalls alkoholisiert war ein Motorradfahrer, der im Juni auf der B 472 bei Bichl starb.

Ein „unglücklicher Hergang“ forderte im Juni die Leben zweier Motorradfahrer: Bei Fall streiften sich zwei Teilnehmer einer Gruppe, einer geriet dadurch auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit einem entgegenkommenden Motorradfahrer zusammen. Außerdem verunglückten eine 89-Jährige, als sie bei Reichersbeuern auf die B 472 einbiegen wollte und einen anderen Verkehrsteilnehmer übersah, ein Radlader-Fahrer in Kochel und ein 81-Jähriger mit seinem Pedelec in Lenggries. Man könne aus den Unfällen keine typischen Ursachen herauslesen, sagt Grünwald. Dagegen hatten die beiden tödlichen Unfälle im Bereich der PI Wolfratshausen mutmaßlich mit nicht angepasster Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn zu tun, sagt Lechner.

Gestiegen ist neben der Zahl der Todesopfer auch die Gesamtzahl an Unfällen im Landkreis, und zwar auf 3714 (2016: 3414). Mehr Unfälle hat auch Lechner in seinem Zuständigkeitsbereich vermerkt. Insgesamt hat es im vergangenen Jahr 1075-mal gekracht – 65-mal mehr als im Vorjahr. Darunter fallen 112 Unfälle durch junge Fahrer (17 bis 25 Jahre) und 129 Unfälle durch ältere Fahrer ab 65. Aber: Die Zahl der Verletzten ist im gesamten Landkreis leicht zurückgegangen auf 769 (2016: 274). „Es gab einen leichten Rückgang an Unfällen mit schweren Folgen“, sagt Lechner. „Aber jeder Unfall ist einer zu viel.“

Keinen Verkehrstoten gab es im Bereich der PI Geretsried. „Wir haben einen Rückgang bei den Sachschäden, aber ein Plus bei den Personenschäden“, sagt Dienststellenleiter Daniel Kießling. Dass es insgesamt mehr Unfälle gab, hänge vermutlich mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zusammen. Insgesamt sei es aus seiner Sicht ein unauffälliges Jahr gewesen, mit positiven Tendenzen: So sei die Aufklärungsquote bei den Unfallfluchten gestiegen. Von 216 konnten hier 85 Verkehrssünder geschnappt werden. Im Vorjahr waren es von 232 nur 66. Positiv sei auch, dass es weniger Alkoholunfälle gegeben habe. Kießling: „Aber Unfälle wegen erhöhter Geschwindigkeit bleiben auf konstant hohem Niveau. Und Alkohol am Steuer ist immer ein Thema, auch wenn es einen Rückgang gab.“

Rubriklistenbild: © dpa

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