„Mit Leib und Seele Papa“

Bad Tölz-Wolfratshausen - Immer mehr Männer gehen in Elternzeit. Das deckt sich mit den Erfahrungen von Kindergärten und Hebammen: Väter bringen sich in der Erziehung stärker ein.

Laut dem Bayerischen Zentrum Familie und Soziales beantragen immer mehr Männer Elterngeld. Von den insgesamt 1204 Bewilligungen fielen landkreisweit im vergangenen Jahr 291 auf Männer. Das macht einen Anteil von 24,2 Prozent. Damit liegt der Landkreis erstens über dem Bayerndurchschnitt (23,7%) und zweitens deutlich über den Werten von 2008: Damals bekamen nur 259 Männer oder 21 Prozent Elterngeld. Andererseits dauerte die berufliche Auszeit der Papas 2009 im Schnitt nur noch 2,9 statt vorher 3,2 Monate.

Die graue Zahlentheorie deckt sich mit den lebenspraktischen Beobachtungen in Kindergärten und bei Hebammen. „Ich erlebe schon, dass Väter sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen“, sagt Annette Weber, pädagogische Geschäftsführerin des Tölzer Montessori-Vereins. „Früher war es immer die Mama, die kam, um ihre Kinder zu holen. Heute sind oft schon vormittags Väter da. Und die genießen das auch richtig.“ Weber ist zum Beispiel der Fall eines Physikers bekannt, der in Elternzeit ging. „Er erzählt, dass es schwer gewesen sei, danach in die Arbeit zurückzukehren“, sagt Weber. „Man sei einfach nicht mehr so integriert wie davor.“ Allgemein sei es aber inzwischen als Normalfall anerkannt, wenn Papas beruflich fürs Baby pausieren. „Ich finde das wunderbar und auch wichtig. Die ersten Erziehungsjahre sind die prägendsten.“ (mak)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Einsatz in Wackersberg-Nodern: Feuerwehr löscht Brand in Werkstatt
Einsatz in Wackersberg-Nodern: Feuerwehr löscht Brand in Werkstatt
Unfall in Bad Tölz: Linienbus missachtet Vorfahrt
Unfall in Bad Tölz: Linienbus missachtet Vorfahrt
Tölz live: Wer hat Beobachtungen auf Pendler-Parkplatz gemacht? 
Tölz live: Wer hat Beobachtungen auf Pendler-Parkplatz gemacht? 
Verstärkeramt in Kochel: Abriss wohl kaum noch zu verhindern
Verstärkeramt in Kochel: Abriss wohl kaum noch zu verhindern

Kommentare