Sind stolz auf den Nachhaltigkeitspreis: (v. li.) Johann Killer (WBV Wolfratshausen), Michael Lechner (WBV Holzkirchen), Maximilian Manzenrieder (Direktor Parkhotel Egerner Höfe) und Klaus-Dieter Graf von Moltke (Hotelier). foto: pröhl

Nachhaltigkeitspreis geht an Waldbesitzervereinigungen und Parkhotel Egerner Höfe

Benediktbeuern - Die Waldbesitzervereinigungen Wolfratshausen und Holzkirchen sowie die Unternehmensgruppe Moltke am Tegernsee haben am Donnerstag den Nachhaltigkeitspreis des Wirtschaftsforums Oberland erhalten.

Wie lässt sich im Oberland nachhaltig wirtschaften? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Klausurtagung von Wirtschaftsforum Oberland und Energiewende Oberland im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern. Rund 200 Unternehmer waren zusammengekommen, um über Entwicklung, Wertschöpfung und auch Mobilität in Kommunen zu sprechen. Höhepunkt war am Abend die Preisverleihung: Die Waldbesitzervereinigungen Wolfratshausen und Holzkirchen sowie die Unternehmensgruppe Moltke (Parkhotel Egerner Höfe in Rottach-Egern) nahmen sie in Empfang.

„Die Anforderungen, die die Nachhaltigkeit an die Waldbesitzer stellt, sind hoch“, sagte Laudator Hans Baur. Die Forstwirtschaft erfülle bereits jetzt 81 Prozent der vorgegebenen Ziele der Artenvielfalt und Landschaftsqualität, sagte der ehemalige Geschäftsführer der bayerischen Waldbesitzervereinigung. „Keine Bodennutzungsform hat vergleichbare Werte.“

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat buchstäblich gesprochen viel Holz: 53 Prozent der Fläche sind Wald (zum Vergleich: oberbayernweit sind es 32, bayernweit 35 Prozent). Zwei Drittel dieser Fläche gehört Privatbesitzern - auch das liegt über dem bayerischen Durchschnitt (53 Prozent). Jede Sekunde wächst Holz zu, rechnete Baur vor: „In Bayern sind das ein Kubikmeter.“ 100 Kubikmeter Holz sichern einen Arbeitsplatz, so Baur weiter. Der Umsatz im Forstsektor liegt in Bayern bei 37 Millionen Euro.

Mit dem Nachhaltigkeitspreis wird auch das jährliche Anpflanzen tausender neuer Bäume gewürdigt, heißt es in der Begründung der Jury.

Der zweite Preisträger kommt aus einem ganz anderen Bereich - der Tourismusbranche. Hier jemanden auszuzeichnen, sei von besonderer Bedeutung, sagte Reinhold Krämmel, Aufsichtsratsvorsitzender des Wirtschaftsforums: „Denn die Hotellerie wird nicht gerade mir Ressourcenschonung in Verbindung gebracht.“

Doch im Parkhotel Egerner Höfe, das von der Moltke Unternehmensgruppe geführt werde, gehe man mit sehr gutem Beispiel voran. So wurde unter anderem der Stromverbrauch um ein Drittel reduziert. Klaus-Dieter Graf von Moltke arbeite zudem nur mit Fachfirmen, die in einem Umkreis von 50 Kilometern zu finden seien, und lege Wert auf ökologische Baustoffen. Auch beim Thema Essen spielt Nachhaltigkeit in dem Hotel eine große Rolle: Das Frühstücksbuffet bestehe zu 90 Prozent aus Waren von Tegernseer Produzenten, lobte der Laudator und CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. Moltke selbst dankte seinen Mitarbeitern: „Ich bin stolz, dass 130 Angestellte mich nachhaltig begleiten.“  (müh)

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