Nachhaltigkeitspreis für die Oberland-Werkstätten (v.li.): Alexander Schmid (Geschäftsführer SMG Landkreis Miesbach), Lambert Wagner, Rudi Wirth, Geschäftsführer Oliver Gosolits (alle Oberland-Werkstätten), Bezirkstags-Präsident Josef Mederer und Andreas Roß (Vorstand Wirtschaftsforum Oberland). Fotos. esc
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Nachhaltigkeitspreis für die Oberland-Werkstätten (v.li.): Alexander Schmid (Geschäftsführer SMG Landkreis Miesbach), Lambert Wagner, Rudi Wirth, Geschäftsführer Oliver Gosolits (alle Oberland-Werkstätten), Bezirkstags-Präsident Josef Mederer und Andreas Roß (Vorstand Wirtschaftsforum Oberland).

Wirtschaftsforum Oberland

Nachhaltigkeitspreis für Oberland-Werkstätten

Bad Tölz - Ein Festakt mit Preisverleihung war der Höhepunkt einer "Nachhaltigkeitskonferenz" im Tölzer Kurhaus. Das Wirtschaftsforum Oberland und die Standortmarketinggesellschaft Miesbach zeichneten neben den Oberland-Werkstätten auch die Valleyer Orthopädietechnik-Firma Oped aus.

 „Sie reden nicht nur von Nachhaltigkeit, Sie setzen sie auch Tag für Tag um.“ Mit diesen Worten lobte Bezirkstagspräsident Josef Mederer im Tölzer Kurhaus die Oberland-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen mit ihren Standorten in Gaißach-Untergries, Geretsried, Miesbach und Polling. Das Wirtschaftsforum Oberland und die Standortmarketinggesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach haben die Einrichtung in einem Festakt mit dem „Nachhaltigkeitspreis Münchner Oberland 2016“ ausgezeichnet. Zweiter Preisträger war die Firma Oped aus Valley.

Die Oberland-Werkstätten (OLW) seien der Beweis dafür, dass Sozialbetriebe innovative, zukunftsorientierte Unternehmen sein können. „Soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung gehen hier Hand in Hand“, sagte der Bezirkstags-Präsident in seiner Laudatio: „Sie engagieren sich vorbildhaft für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben.“ So vermitteln die Oberland-Werkstätten ihre Arbeitnehmer nicht nur auf Außenarbeitsplätze, sondern auch auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt, also auf reguläre, sozialversicherungspflichtige Stellen. Mederer stellte fest: „Das macht Sie zum Vorzeigebetrieb in der sozialen Landschaft.“

Rund 750 Menschen mit und ohne Behinderung finden an den vier Standorten der OLW seit vielen Jahren einen sicheren Arbeitsplatz. Darüber hinaus wurde dort ein betriebliches Umwelt-Management eingeführt, das weit über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht. „Dadurch tragen sie zum Klima- und Umweltschutz bei.“

Großes Lob gab’s auch für Oped: „Es ist einer der besten Betriebe in der Gemeinde Valley“, bekundete Bürgermeister Andreas Hallmannsecker. Auf einem Teil des Betriebsgeländes der früheren Firma Zweckform im Ortsteil Oberlaindern hat sich Oped mit innovativen medizinischen Produkten weltweit einen guten Namen gemacht. „Was früher für die Ärzte der Gips war, das stellen wir heute her“, beschrieb Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger die Produkte seines Unternehmens. Das Unternehmen stellt Orthesen her, also medizinische Hilfsmittel zur Stabilisierung fast aller Körpergelenke, wobei der Schwerpunkt auf Fuß- und Beinverletzungen liegt. Ingenieur und Skischuhentwickler Andreas Haßler gründete Oped 1992 zusammen mit einigen Kollegen in einem ehemaligen Schweinestall in Valley. Seine Vision: Das junge Unternehmen wollte mit einer revolutionären Vakuum-Schiene eine moderne Alternative zum Gips anbieten. 2007 erfolgte der Umzug nach Oberlaindern, und heute ist die Firma mit Niederlassungen in Australien, England und Asien international tätig. Rund 300 Mitarbeiter sind in Valley beschäftigt.

Um Rohstoffe zu sparen und nachhaltig zu produzieren, entwickelt Oped überwiegend Produkte, die sich zur Wiederaufbereitung eignen. So spart das Unternehmen 49 Tonnen pro Jahr an Rohstoffen. Anders ausgedrückt: Ohne Wiederaufbereitung würden 40 Prozent mehr Rohstoffe verbraucht.

Bürgermeister Hallmannsecker berichtete in seiner Laudatio, dass Oped derzeit einen Neubau auf 13 000 Quadratmetern plant: „Oped ist zudem stark in der Gemeinde involviert und nicht nur ein guter Arbeitgeber, sondern auch ein guter Steuerzahler.“

Die beiden ausgezeichneten Firmen verbindet übrigens mehr als der Nachhaltigkeitspreis. „Es macht Spaß, mit Euch zusammenzuarbeiten“, sagte Oped-Geschäftsführer Hallmannsecker in seiner Dankesrede in Richtung Oberland-Werkstätten. „Wir sehen das als Wettbewerbsvorteil für uns.“

Ewald Scheitterer

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