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Die Höllenotter macht ihrem Namen alle Ehre: Der Biss dieser Unterart der Kreuzotter kann besonders schmerzhafte Folgen haben. Das bekam jetzt eine 17-Jährige beim Baden an der Jachen zu spüren. Foto: Matthäus Krinner

Auf Liegewiese an der Jachen

Höllenotter beißt zu: Mädchen (17) in Klinik

Lenggries - Das Risiko, im Isarwinkel von einer Giftschlange gebissen zu werden, ist eher gering. Zuletzt schnappten jedoch gleich zwei Kreuzottern zu. Für ein Mädchen (17) zog das einen zehntägigen Klinikaufenthalt nach sich.

Arglos liegt eine 17-jährige Schülerin an einem heißen Sonntag vor zwei Wochen an einem Badeplatz an der Jachen bei Leger und genoss die Sonne. Als sie eine merkwürdige Berührung am Fuß spürt, schüttelt sie sich - und schon spürt sie einen Stich am Knöchel. Es ist vermutlich eine erschrockene Höllenotter, die zugebissen hat. Das Bein schwillt an, verfärbt sich und schmerzt.

Der Vater bringt die junge Lenggrieserin ins Tölzer Krankenhaus, von dort fliegt sie ein Hubschrauber ins Münchner Klinikum Rechts der Isar. Dort bekommt das Mädchen ein Gegengift verabreicht, bleibt zehn Tage in stationärer Behandlung. „Das Bein schaut immer noch katastrophal aus - blau-rot-gelb verfärbt, wie bei Blutergüssen“, schildert die Mutter gegenüber dem Tölzer Kurier. „Sie kann nicht auftreten und muss das Bein hochlegen.“

Etwa zehn bis 15 Patienten kommen pro Jahr mit Schlangenbissen ins „Rechts der Isar“, berichtet der Leiter der Toxologie Prof. Florian Eyer, der auch die 17-Jährige behandelte. „Jetzt hatten wir zwei Fälle innerhalb von zehn Tagen. Das ist eine ungewöhnliche Häufung.“ Der zweite Schlangenbiss trug sich ebenfalls im Isarwinkel zu: Ein junger Mann wollte am Sylvenstein eine Kreuzotter von der Straße entfernen - was sich das Tier nicht gefallen ließ. Laut Prof. Eyer ist dies eine typische und leicht vermeidbare Risikosituation.

Dass die Kriechtiere gerade jetzt doppelt zuschnappten, hat nach Einschätzung des Mediziners mehrere Gründe. Zum einen sei der Frühsommer eine Risikozeit. „Da sind die Schlagen gerade erst aus der Winterstarre erwacht und sind noch zu langsam zum Abhauen.“ Zudem sei nach dem jüngsten Hochwasser „das Naturgefüge gestört“. Die Wassermassen hätten viele Kreuzottern aus ihren angetammten Lebensnischen aufgescheucht, danach suchten die wechselwarmen Reptilien die Wärme der Sonne.

Von Kreuzottern - der einzigen heimischen Giftschlange - seien im Raum um Bad Tölz, Lenggries, Miesbach, Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen, aber auch im Perlacher Forst „reichlich Exemplare zu finden“. Eher untypisch für die Region sei dagegen die Unterart der Höllenotter, die mutmaßlich die 17-jährige Lenggrieserin biss. Im Fall eines Bisses rät der Arzt dringend von weit verbreiteten Methoden ab. „Aussaugen oder abbinden ist nicht nur obsolet, sondern sogar kontraproduktiv“, betont Eyer. „Dadurch wird nur das Gewebe zusätzlich geschädigt und das Gift konzentriert.“ Wichtig sei lediglich, die betroffenen Stelle so wenig wie möglich zu bewegen. „Manche wandern auf dem gebissenen Fuß noch stundenlang zurück ins Tal. Damit wird das Gift ins Gewebe einmassiert.“ Wer im Gebirge sei, setze am besten übers Handy einen Notruf ab und lasse sich mit dem Hubschrauber in die Klinik fliegen.

(Andreas Steppan)

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