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Neue Spitze beim Hilfswerk der Tölzer Lions

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Von: Patrick Staar

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Wechsel an der Spitze: Hans-Friedrich Paulsen (Mi.) übergibt sein Amt an Thomas Zimmermann (re.). Herbert Kütter (li.) vom Lions Club gratulierte dem Neuen.
Wechsel an der Spitze: Hans-Friedrich Paulsen (Mi.) übergibt sein Amt an Thomas Zimmermann (re.). Herbert Kütter (li.) vom Lions Club gratulierte dem Neuen. © Pröhl

Das Hilfswerk der Tölzer Lions hat eine neue Spitze: Hans-Friedrich Paulsen übergibt nach vielen Jahren sein Amt an Thomas Zimmermann. Zufrieden blickt Paulsen auf viele Projekte zurück.

Bad Tölz – Führungswechsel beim Hilfswerk der Tölzer Lions: Nach 25 Jahren an der Spitze übergibt Hans-Friedrich Paulsen sein Amt an Studiendirektor Thomas Zimmermann: „Ich stelle mich nicht mehr zur Wahl, denn das Amt soll in jüngere Hände kommen“, sagt der 85-Jährige. Paulsen kam 1976 nach Bad Tölz, um die Leitung der neu eröffneten Buchbergklinik zu übernehmen. Eines Tages seien zwei dunkel gekleidete Herren in die Klinik gekommen, um ihn in den Lions-Club einzuladen. „So war das damals noch“, sagt der 85-Jährige schmunzelnd. In die Wege geleitet habe dies sein ehemaliger Chef in Rüsselsheim – dem Lions-Club kann man nicht einfach beitreten, man muss von einem anderen Mitglied eingeladen werden.

Löcher im Hilfsnetz flicken

Mittlerweile ist Paulsen das dienstälteste Mitglied bei den Tölzer Lions. In den vergangenen 45 Jahren engagierte er sich in vielen Positionen, unter anderem war er dreimal Präsident. Vor 25 Jahren übernahm er den Vorsitz im Lions-Hilfswerk, das für das Einsammeln und Verteilen der Spendengelder zuständig ist. Genau diese Aufgabe begeisterte Paulsen über Jahrzehnte hinweg. 440 000 Euro habe das Hilfswerk in seiner Amtszeit eingesammelt und verteilt: „Es hat da viele schöne Erlebnisse gegeben.“ Gerne erinnert er sich an die Spendenübergabe an einen Jugendlichen in Walchensee, der einen Treppenlift benötigte, um mit seinem Rollstuhl in den ersten Stock zu kommen. Ebenso habe das Hilfswerk einem Schüler, der auf die schiefe Bahn geraten ist, Nachhilfeunterricht finanziert: „Dadurch hat er wieder die Spur gefunden“, erinnert sich Paulsen. Ein „schönes Erlebnis“ sei auch die Übergabe eines Defibrillators an die Ellbacher Feuerwehr gewesen. Die Liste der Spendenübergaben lässt sich fast unendlich fortsetzen: Die Krankenhäuser in Bad Tölz und Penzberg bekamen Geräte für das Hörscreening von Säuglingen, ebenso unterstützten die Lions den Kauf eines Kühlautos für die „Tafel“ und den Kauf eines Fahrzeugs für die Lebenshilfe.

Einer krebskranken Mutter ermöglichte das Hilfswerk eine letzte Urlaubsreise mit ihrem Sohn. „Ganz persönliche Sachen“, sagt Paulsen. 90 Prozent der Spenden würden regional verteilt. Etwa ein Drittel gehe an ältere Menschen in Seniorenheimen, die Zuschüsse für Ausflüge und Feiern bekommen. Ziel sei es, Löcher im Hilfsnetz zu flicken, sprich dort einzuspringen, wo hilfsbedürftige Menschen keine Unterstützung vom Staat oder anderen Institutionen bekommen.

Auch internationale Projekte unterstützen die Lions. „Es ist uns wichtig, dass das Geld nicht einfach in die Welt geschickt wird, sondern dass es auch ankommt“, betont Paulsen. So finanzieren die Lions in Nepal Trainer, die den Menschen zeigen, wie man einfach Öfen mit Schornsteinen bauen kann. Dadurch sei die Anzahl der Lungen-Erkrankungen zurückgegangen und zugleich werde viel Energie und rares Holz gespart: „Ein ganz tolles Projekt, das groß anerkannt worden ist.“

Auch internationale Projekte werden unterstützt

Auch das Programm „Sight First“ sei „unheimlich gut. Hier werden Augenärzte ausgebildet, die sich verpflichten, eine Zeit lang in Afrika zu helfen. Es geht darum, die Hauptursachen von vermeidbarer und heilbarer Erblindung zu bekämpfen und Menschen zu helfen, die blind oder sehbehindert sind. Über 488 Millionen Menschen haben in den letzten 30 Jahren davon profitiert. In viele Hilfsprojekte müsse man sich tief einarbeiten, sagt Paulsen. Dies sei – neben der Freude am Helfen – ein Grund gewesen, warum er so lange im Amt blieb. Ein weiterer Grund sei das „wunderbare Team“ um ihn herum gewesen.

Seit 20 Jahren ist Schatzmeister Christian Wagner im Amt, sogar seit Beginn Rechtsanwalt Thomas Luidle, der auch die Satzung entworfen hat. Nun soll sich Thomas Zimmermann um all diese Hilfsprojekte kümmern. Zimmermann unterrichtet Englisch und Latein am Tölzer Gymnasium, ist Mitglied der Schulleitung und lebt seit 20 Jahren in Bad Tölz. „Er hat sich in der Vergangenheit bewährt“, sagt Paulsen. So habe Zimmermann im Gymnasium ein Seminar für gewaltfreie Kommunikation organisiert. Ebenso ist er der Schöpfer des „Adventskalenders“. Er sei gerne bereit gewesen, sich im Hilfswerk zu engagieren, sagt der 50-Jährige, „Ich war schon mal Präsident des Lions Clubs und habe mitbekommen, was da für Spenden-Anfragen rein kommen. Es hat mich gereizt, da mit zu helfen.“

Büchermarkt

Der Büchermarkt der Lions soll vom 25. Juni bis 2. Juli stattfinden. Die Lions können im Moment keine Bücher annehmen, da die Lager bis unter das Dach gefüllt sind – in den vergangenen beiden Jahren gab es aufgrund von Corona keinen Verkauf. Eine Ausnahme machen die Lions lediglich bei Nachlässen, in denen besondere antiquarische Stücke enthalten sind.

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