Birgit Mayr aus Oberbuchen hat ein Buch über den hl. Antonius geschrieben.

Neues Buch über den hl. Antonius

Wie man im Himmel nachhelfen kann

Bad Heilbrunn/Bad Tölz - Der „Schlamperltoni“ gehört zu den populärsten Heiligen im katholischen Glauben.

Der heilige Antonius wird für alles angerufen, was man sucht. Aber wehe: wer ihn um etwas bittet, muss auch etwas geben. Birgit Mayr hat nun ein Buch mit allerlei wahren Begebenheiten geschrieben.

Wer hat nicht schon einmal etwas verlegt oder verloren und verzweifelt gesucht? Oder eine Häufung von seltsamen Ereignissen erlebt, deren Sinnhaftigkeit sich plötzlich im Nachhinein erschloss? Birgit Mayr aus Oberbuchen kennt solche Geschichten nicht nur zuhauf, sondern sie hat auch einige am eigenen Leib erfahren. Zum Beispiel, dass sich plötzlich das Gesuchte an wundersamen Stellen wiederfand. Oder den Grund erfahren, warum es plötzlich bei einer Urlaubsreise zu merkwürdigen Verzögerungen kam.

Mayr hatte "wundersame" Erlebnisse

Birgit Mayr hat ein ganz besonderes Verhältnis zum hl. Antonius, im Volksmund besser als „Schlamperltoni“ bekannt. „Schon meine Omas haben mir beigebracht, ihn anzurufen, wenn ich zum Beispiel etwas verloren hatte“, erzählt Mayr. Und nicht nur der Glaube wuchs im Laufe der Jahre, sondern auch die Erfolgserlebnisse – vorausgesetzt, man verspricht dem hl. Antonius etwas für seine Hilfe. Deshalb trägt Mayrs Buch augenzwinkernd den Untertitel „der bestechliche Patron“.

Der heilige Antonius wurde 1195 in Lissabon geboren und starb 1231 nahe Padua. Dort ist ihm die weltbekannte Basilika geweiht. Antonius’ Patronat für verlorene Sachen geht auf die Überlieferung zurück, dass ein junger Mönch den Psalter des Antonius ohne dessen Erlaubnis mitnahm, schreibt Mayr. Daraufhin wurde er von Erscheinungen heimgesucht, so dass er das Buch schleunigst zurückbrachte.

Mayr, gebürtige Tölzerin, hat im Laufe ihres Lebens einige „wundersame“ Erlebnisse gehabt. Meist waren es Momente großen Schreckens (etwa, als der Sohn vor einer Reise den Koffer in der S-Bahn vergaß) oder seltsamer Ereignisse, in denen Antonius helfen konnte. So häuften sich zum Beispiel auf der Rückfahrt von einer Urlaubsreise merkwürdige Vorkommnisse, die die Gruppe unterwegs immer wieder in Zeitverzögerung brachte. Abends erfuhren die Reisenden, dass sich auf der Autobahn eine Massenkarambolage ereignet hatte – in die sie unweigerlich verwickelt gewesen wären, wenn zeitlich vorher alles geklappt hätte.

"Ich bin quasi per Du mit ihm"

Wer den hl. Antonius um etwas bittet, muss ihm auch was versprechen. Mayr tut das in Form von 10- oder 20- Euro-Scheinen. Wie viel, „das mache ich vorher mit ihm aus“, sagt sie lächelnd. „Der Schlamperltoni ist ein sehr bodenständiger Heiliger. Ich bin quasi per Du mit ihm“, sagt Mayr. Das Geld steckt sie dann in einen Opferstock.

Die 51-Jährige arbeitet als Fremdenführerin für die Tölzer Tourist-Info und bei der Gruppe der „Tölzer Stadtversucherinnen“. Bei diesen Führungen berichtet sie ihren Gästen immer wieder vom „Schlamperltoni“, dessen Bildnis hier sehr präsent ist – etwa in der Stadtpfarr-, Mühlfeld-, Franziskaner- und Kalvarienbergkirche. Und so passierte es, dass Mayr im Laufe der Jahre zahlreiche Geschichten über den Heiligen erfuhr. Und diese sind ebenfalls eigentümlicher und kurioser Natur. Sie gehen bis ins Allgäu, wo durch einen eigenartigen „Zufall“ sogar ein Dieb überführt wurde. „Von manchen Besuchern habe ich Monate später sogar Briefe bekommen, in denen sie mir ihre Erlebnisse schilderten“, sagt Mayr. „Alle haben einen guten Ausgang.“ Und nicht selten komme es vor, dass die Gäste Mayr noch einen Schein oder zwei ins Kuvert stecken – damit es ganz sicher beim „Schlamperltoni“ ankomme.

"Ich habe schon wieder Geschichten gesammelt"

Aus Dankbarkeit, sagt Mayr, habe sie jetzt dieses Büchlein geschrieben. Es beinhaltet 45 Berichte, allesamt schön aufbereitet und teilweise mit Fotos aus Tölz und Umgebung illustriert. Mayr hat es im Eigenverlag herausgegeben und 1000 Stück auflegen lassen. Das Buch kostet 14,95 Euro und ist in Tölz in der Buchhandlung Rupprecht, im Café „Rendezvous der Genüsse“ sowie in der Tourist-Info erhältlich, außerdem bei Foto Soukup in Bad Heilbrunn und im Café Unartig in Reichersbeuern. Dort hält Mayr am Donnerstag, 11. Dezember, um 15 Uhr wieder eine Lesung. Online ist das Buch über www.isarbilder.de zu beziehen. Weitere Bände mit Antonius-Geschichten will Mayr übrigens nicht ausschließen: „Ich habe schon wieder Geschichten gesammelt.“

Von Christiane Mühlbauer

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