Einst waren Wildkatzen in Bayern heimisch, jetzt wandern sie vermutlich wieder ein. Foto: bund naturschutz

Neues Projekt des Bund Naturschutz

Der Wildkatze auf der Spur

Kochel am See/Murnau - Wird die Wildkatze wieder in unserer Region heimisch? Der Bund Naturschutz wird im Frühjahr in ganz Südbayern gezielt nach den Tieren suchen – unter anderem im Loisach-Kochelsee-Moos.

Wenn es im Frühjahr beim Waldspaziergang an manchen Stellen nach Baldrian riecht, sollte man sich nicht wundern. Der Geruch kommt von Lockstöcken, die die Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) anlässlich des Artenschutzprojektes „Wildkatzensprung“ im Loisach-Kochelsee-Moos und im Raum Beuerberg verteilen wird. „Wenn der Schnee weggetaut ist, werden wir damit anfangen“, sagt Kreisgruppenleiter Friedl Krönauer.

Im Raum Murnau war es dieser Tage schon soweit: Rund 100 Lockstäbe haben die Ehrenamtlichen dort in die Erde gesteckt, angerauht und mit einer Baldriantinktur besprüht. Dies hat zum Ziel, dass die Wildkatzen – angelockt durch den intensiven Duft – sich an den Stöcken reiben. Anhand hinterlassener Haare lässt sich nachweisen, ob die scheuen Tiere mittlerweile auch in der Region heimisch sind.

Es gibt konkrete Hinweise darauf, dass die Wildkatze sich von Nordbayern aus auf den Weg nach Süden macht. Das ist ein großer Erfolg – immerhin wurden die Tiere durch die Jagd in Deutschland fast vollständig ausgerottet. In Bayern galten sie sogar als komplett ausgestorben. Um dem entgegenzuwirken, startete der BN 1984 eine Wiedereinbürgerungsaktion, wobei er im Spessart über 600 Wildkatzen aussetzen ließ. Dort sowie im Hunsrück, im Pfälzer Wald und im Harz ist die Wildkatze schon wieder heimisch geworden – und vermutlich wandert sie von dort Richtung Südbayern. „Viele Wälder in unserer Region würden dieser stark gefährdeten Spezies, die auf der roten Liste steht, einen geeigneten Lebensraum bieten“, sagt der Murnauer BN-Ortsgruppenchef Dr. Rudolf Nützel.

Dem stimmt Friedl Krönauer zu: Die Wildkatze sei eine Bereicherung und passe in unser ökologisches Kreislaufsystem, sagt der Kochler. „Zudem ist sie kein umstrittenes Wildtier.“

Wildkatzen ernähren sich von Mäusen und Hasen und brauchen naturbelassene Wälder, die ihnen Unterschlupf-Möglichkeiten geben. Denn die Tiere ruhen tagsüber und sind nachts aktiv.

Erste Ergebnisse zum Bestand in der Region könnten bereits im Sommer vorliegen.

Von Christiane Mühlbauer und Constanze Wilz

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