Der Sendemast in Gaißach soll auch den Behördenfunk aufnehmen. A

Noch Platz für die 47. Funkanlage?

Gaißach - Die Planungen für die Unterbringung des digitalen Behördenfunks auf dem Gaißacher Sendemasten schreiten voran. Der Widerstand dagegen auch.

Bei einem Stadtteilgespräch im Oberen Griesfeld Anfang Juli war der Sachstand noch, dass der BR nichts von geplanten Baumaßnahmen weiß. Der Gaißacher Landwirt Andreas Dachs, der den Widerstand gegen weitere Sendeanlagen anführt, berichtete bei dem Treffen auch von der BR-Information, dass der Mast voll sei. Inzwischen hat er sich Unterlagen der Bundesnetzagentur besorgt, wonach sieben Radioprogramme und 39 weitere Sendeanlagen von Vodafone, Telekom, O2 und E-Plus am Gaißacher Standort untergebracht sind. Der für die Vermietung zuständige BR-Mann Helmut Ruf räumt gegenüber dem Tölzer Kurier ein, „dass der Mast statisch weitgehend ausgelastet ist“.

Die vom Bayerischen Innenministerium mit der Standortsuche für den Behördenfunk beauftragte Firma Telent hat laut Ruf jetzt eine „formlose Anfrage“ für Gaißach gestellt. Erst wenn exakte Daten über die benötigte Kapazität vorliege, können die BR-Techniker nachrechnen, ob auch der digitale Behördenfunk noch Platz findet. Sollte es statisch möglich sein, sieht Ruf keinen Grund, dies abzulehnen. Er beruft sich auf den „Umweltpakt Bayern“, wonach „wir sogar verpflichtet sind, Standorte mehrfach zu nutzen“. Im Übrigen stehe der Behördenfunk ja „im Dienste der öffentlichen Sicherheit“.

Ganz anderer Meinung ist da der Gaißacher Bauer Andreas Dachs, der den Widerstand gegen den Behördenfunk auf Basis des Tetra-Technik im ganzen Isarwinkel vorantreiben will. Er hat den Physiker und ÖDP-Politiker Prof. Klaus Buchner für einen Informationsvortrag gewinnen können. Buchner spricht am Montag, 25. Juli, um 19 Uhr im Gaißacher Jäger-Wirt über „Risiken und Gefahren durch den neuen Behördenfunk“. (chs)

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