Openair im Maierhof in Benediktbeuern:

Fendrich – von Null auf 1981

Benediktbeuern - Ein äußerst professioneller Rainhard Fendrich bediente am Freitagabend im Benediktbeurer Maierhof die Vorstellungen seiner Generation – und fing die 2500 Besucher am Ende mit seinen Klassikern ein.

Erst steht die große blonde Frau alleine vor der Bühne. Sie animiert, rudert mit den Armen und schmachtet ihren Rainhard an. Fendrich singt mit aller Kraft: „I steh in da Hitz an da Strada del sole.“

Der österreichische Sommerhit des Jahres 1981 ist es, der um 22.05 Uhr für eine Verwandlung sorgt. Hunderte Menschen ignorieren ihre Sitzplätze im Benediktbeurer Maierhof, versammeln sich rund um die große blonde Frau. Von null auf, ja, 1981 transformiert sich ein sitzend-lauschendes Publikum dann doch noch in eine tanzend-feiernde Partymeute. Als wenn die 2500 Besucher zwei Stunden lange nur auf diese Fendrich-Klassiker gewartet hätten: „Schickeria“, „I am from Austria“, „Weilst a Herz host, wia a Bergwerk“ – jetzt haut er sie alle raus. Ein kurzer, aber intensiver Konzert-Endspurt, bei dem sich Fendrich fragt, warum „Eros Rammazottl“ in „Macho, Macho“ immer am lautesten mitgegrölt wird.

Apropos Publikumsbeteiligung: In „Es lebe der Sport“ – der Song, bei dem der Österreicher „Sport“ so wunderbar auf „hoat“ reimen kann – lässt der Star seine Anhänger den Refrain singen. Vor dem Ausbruch der Hit-Hysterie spult Fendrich sein Programm herunter. Schwarzes Hemd, schwarze Hose, die Haare nach hinten geschleckt, viel Wasser auf der Bühne: Der mittlerweile 60-Jährige strahlt absolute Professionalität aus, die manchmal ein wenig unnahbar wirkt. Kommunikation oder Interaktion mit den Kollegen? Sieht man kaum. Aber vielleicht braucht das eine Band, die seit so vielen Jahren gemeinsam den Austro-Pop zelebriert, nicht mehr.

Bei der Pubertäts-Hommage „Frieda“ dürfen Fendrichs vier Musiker zum ersten Mal laut rocken. Gitarrist Robby Musenbichler sieht dem AC/DC-Kollegen Angus Young nicht nur äußerlich verblüffend ähnlich. Ganz am Ende – Fendrich hat sich bereits verabschiedet und ist hinter die Bühne gehuscht – übernimmt Musenbichler das Steuer. Bei den textlastigen Pop-Nummern scheint sich bei ihm einiges angestaut zu haben. Das muss jetzt raus. Jetzt ist er es, der animiert, mit den Armen rudert und schnelle Tapping-Soli hinlegt.

Zuvor hatte der Hauptakteur keinen Zweifel daran gelassen, wer das Sagen hat. Mit Anti-Smart-Phone-Ansagen und Erinnerungen an seine wilden 70er bedient er gerne die Vorstellungen seiner Generation. Wirklich politisch wird er überraschenderweise nur einmal: „Pegida. Eine ganze Religion unter Generalverdacht zu stellen, ist eine große Dummheit“, ruft Fendrich. Dann singt er, stimmlich bestens in Form, „ein Lied mit Message“. Es heißt „Brüder“ und handelt von Rainhard und Mechmet. (von Tobias Gmach)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auch heuer keine Einfädelspur für Unfallschwerpunkt in Bad Tölz
Nach dem tödlichen Unfall an der Ausfahrt West im Herbst 2016 wurden die Rufe nach einer neuen Einfädelspur für Linksabbieger auf die Tölzer Umgehungsstraße laut. …
Auch heuer keine Einfädelspur für Unfallschwerpunkt in Bad Tölz
Tölz-Live: Unfall auf der B11 bei Bichl
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz-Live: Unfall auf der B11 bei Bichl
Wegen Schneelage: Wildtiere dürfen nicht geschossen werden und auch Hundehalter sollten Rücksicht nehmen
Bei dieser Schneelage wäre es ein grober Verstoß gegen den Tierschutz, Wildtiere zu schießen. Die Untere Jagdbehörde hat deshalb dazu aufgerufen, den Jagdbetrieb …
Wegen Schneelage: Wildtiere dürfen nicht geschossen werden und auch Hundehalter sollten Rücksicht nehmen
Schneeschaufeln schweißt Helfer in Benediktbeuern zusammen
Viel Lob und Dank gab es nun im Benediktbeurer Gemeinderat für alle Helfer, die vor wenigen Tagen das Dach der Schulturnhalle von der großen Schneelast befreit haben. …
Schneeschaufeln schweißt Helfer in Benediktbeuern zusammen

Kommentare