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Pisten bleiben für Tourengeher tabu

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Abseits der Piste verläuft die Alternativroute für Tourengeher am Brauneck. © rbe/Archiv

Lenggries - Die Skipisten an der vorderen Abfahrt bleiben für Tourengeher tabu. Auf der Alternativroute stellt die Gemeinde Warnschilder auf. So sieht die Linie im Umgang mit Tourengehern aus.

Hohe Wogen schlug vor einem Jahr die Entscheidung der Bahn- und Liftbetreiber am Brauneck, die Pisten für Tourengeher zu zu sperren. Heuer übernimmt es die Gemeinde Lenggries, das Verbot amtlich anzuordnen, wie Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage mitteilt. „So sind wir rechtlich auf der sicheren Seite“, meint der Rathauschef. Inhaltlich hat er ohnehin keine Zweifel an der Notwendigkeit des Verbots. „Das ist nicht nur unser Recht, sondern sogar unsere Pflicht.“

In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass es zu kritischen Situationen kam, wenn die Skitourengeher die Pisten kreuzten - „und das oft auch noch im Pulk und ausgerechnet an den gefährlichsten Stellen, wo es besonders unübersichtlich und eng ist“.

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Weiterhin für Tourengeher freigegeben ist die Alternativroute über Wegscheid. Auch hier gibt es allerdings zwei Stellen, an denen sich die Wege von Tourengehern und Skifahrern kreuzen: beim Ausstieg des Florilifts und knapp unterhalb der Bergstation. „Hier werden wir mit Schildern auf die Kreuzungen hinweisen“, sagt Weindl. Diese amtlichen Hinweiszeichen - ein schwarzes Kreuz auf gelbem Grund - habe die Gemeinde bereits bestellt.

Vom Tisch sind dagegen Gedankenspiele, die Kreuzungen durch Unter- oder Überführungen zu entschärfen. Weindl: „Das kostet sehr viel Geld.“ Mit der jetzigen Lösung, die am Mittwoch mit allen Beteiligten im Landratsamt besprochen wurde, könnten jedoch alle leben, ist Weindl sicher. Vergangenes Jahr hatte der Deutsche Alpenverein (DAV) noch lautstark protestiert, das Pistenverbot schränke das freie Betretungsrecht der Natur ein. „Da spielten auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle“, glaubt Weindl. Schließlich gehöre das Gipfelhaus dem Alpenverein. „Mit der jetzigen Lösung ist ja die Forderung erfüllt, dass der Gipfel für Tourengeher erreichbar ist.“

Der Vorsitzende der Lenggrieser DAV-Sektion, Toni Erhard, ist jedenfalls mit der Ausweisung der Alternativroute zufrieden. „Klar, das war ja unsere Initiative, um eine generelle Sperrung des Braunecks für Tourengeher zu vermeiden“, sagt er. „Jetzt können wir nur hoffen, dass es nicht Unvernünftige gibt, die doch über die Pisten gehen.“ Abwartend zeigt sich Brauneckbahn-Geschäftsführer Peter Lorenz: „Mal schauen, was der Winter bringt.“ Es liege eben an der Eigenverantwortung jedes Einzelnen, das Verbot auch zu beachten. Bürgermeister Weindl ist überzeugt, dass das Verbot Wirkung zeigt: „Skifahrer und Bergbahn-Mitarbeiter müssten Tourengeher bei Zuwiderhandeln ansprechen „und im Extremfall anzeigen“.

(ast)

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