Kahlschlag oder Pflegemaßnahme: Bei der Fällaktion an der Kaserne gehen die Meinungen auseinander. Foto: arp

Pläne für Kasernen-Entwicklung sollen auf den Tisch.

Lenggries - Seitdem zwei private Investoren das Lenggrieser Kasernenareal gekauft haben, wird jede Entwicklung genauestens beobachtet. Eine Fällaktion sorgt nun für Verärgerung bei Anwohnern.

"Unterhalb der Kaserne sind alle Bäume abgesägt worden", klagt Andrea Traudisch. Auf Nachfrage hätten ihr die Arbeiter gesagt, "dass sie das machen, weil der neue Besitzer eine freie Sicht haben will". Traudisch findet den Kahlschlag unmöglich und fürchtet zudem um die Hangstabilität.

Richtig verstehen kann Grundbesitzer Dr. Peter Wasner die Aufregung nicht. Es handle sich nicht um einen Kahlschlag, sondern um eine "Auslichtungsmaßnahme", sagt er auf Anfrage. Auch rund ums ehemalige Offiziersheim habe man den Baumbestand bereits reduziert, jetzt sei eben der Teil der Leite dran, die sich in seinem Besitz befindet. "Und natürlich wollte ich auch mal schauen, wie der Ausblick auf den Geierstein ist", gibt er unumwunden zu. Das habe bei der "pflegerischen Maßnahme" aber nicht im Vordergrund gestanden, fügt er an.

Wasner hofft auf einen weiteren positiven Effekt der Auslichtung: Immer wieder habe er schließlich größere Mengen Abfall entfernen müssen, die ins Gebüsch geworfen wurden. "Ich will nicht, dass das da oben zur Müllkippe wird." Einer Befürchtung tritt Wasner klar entgegen: Die Fällaktion sei keinesfalls die Vorbereitung für eine Bebauung.

Aber was tut sich generell in Sachen Kasernenentwicklung? "Wir haben ein sehr schönes und sehr detailliertes Konzept für das gesamte Areal vorgelegt", sagt Wasner. Daher sei er auch erstaunt gewesen, dass Rathauschef Werner Weindl in der Bürgerversammlung fast nichts über die Pläne gesagt und darauf verwiesen habe, dass noch viele offene Fragen zu klären seien. "Das Konzept hat 50 Seiten und ist eigentlich mit allen nötigen Informationen versehen", sagt der Bauunternehmer.

Richtig herausrücken will aber auch Peter Wasner zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit den gemeinsamen Plänen von seiner Luitpolderhöfe GmbH und dem zweiten Käufer, der Projektgesellschaft Arcavest. Nur so viel: Statt der von ihm anfangs angedachten 40 bis 50 Einfamilienhäusern gehe die nun geplante Nutzung "mehr in den touristischen Bereich". Vorgesehen ist neben einer Schule unter anderem der Bau eines Hotels mit angegliederten Chalets - also Ferienhäuschen. "Hochwertige Gebäude auf großem Grund", stellt sich Wasner hier vor. Er geht davon aus, dass in den kommenden drei Wochen eine detaillierte Vorstellung des Gesamtkonzepts erfolgen wird. Das sei schließlich für die Bevölkerung wichtig.

Er hofft, dass es gelingt, "mit der Gemeinde einen Konsens herzustellen". Sollte dies für die touristische Entwicklung nicht gelingen, will der Investor wieder zu seiner Ursprungsidee Wohnbebauung zurückkehren. Wasner: "Zur Not werde ich die auch gerichtlich durchsetzen."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tölzer Adventssingen: Den Weg in Ohren und Herzen gefunden
Es war wie immer stimmungsvoll, das Adventssingen im Tölzer Kurhaus. Der Saal war voll besetzt.
Tölzer Adventssingen: Den Weg in Ohren und Herzen gefunden
Tölz Live: Herzen für die Tölzer Feuerwehr
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz Live: Herzen für die Tölzer Feuerwehr
Nach Unfallflucht: Wer fuhr den weißen Sprinter?
Rund 13 000 Euro Schaden entstand am Montag bei einem Unfall in Bad Heilbrunn. Der Verursacher ist flüchtig.
Nach Unfallflucht: Wer fuhr den weißen Sprinter?
Tölzer Landratsamt braucht mehr Platz: Teilausbau des Dachgeschosses
Dem Tölzer Landratsamt geht der Platz aus: Jetzt soll ein Teil des Dachgeschosses ausgebaut werden - für rund 765.000 Euro.
Tölzer Landratsamt braucht mehr Platz: Teilausbau des Dachgeschosses

Kommentare