Künftiger Sitz der Nantesbuch-Gutsverwaltung: Die Hofstelle in Karpfsee. Foto: Pröhl

Pläne von Susanne Klatten: Auf Nantesbuch zieht ein Museum ein

Bad Heilbrun - Die Pläne der Stiftung Nantesbuch nehmen Gestalt an. In dem Gut, das BMW-Erbin Susanne Klatten voriges Jahr von der Landeshauptstadt München gekauft hat, soll ein Museum für zeitgenössische Kunst entstehen. Zunächst aber wird heuer die Hofstelle Karpfsee renoviert.

Die Planungen für die Sanierung und den Umbau des Hofs in Karpfsee haben begonnen. „Zunächst werden die Gebäude untersucht, um Aufschluss über die Bausubstanz zu bekommen“, sagt Maximilian Böltl von der mit der Öffentlichkeitsarbeit betrauten Münchner Agentur Heller und Partner. Dann soll die Hofstelle so umstrukturiert werden, dass hier die derzeit noch in München ansässige Verwaltung mit Geschäftsführer Walter Frisch an der Spitze einziehen kann. Das soll laut Böltl möglichst rasch umgesetzt werden. Erklärtes Ziel ist eine nachhaltige Landwirtschaft mit einer extensiven Nutzung der Grundstücke. Damit können die örtlichen Landwirte an der Bewirtschaftung der Grünflächen weiterhin beteiligt werden, heißt es einer gestern veröffentlichen Pressemitteilung. Alle bestehenden Pachtverträge mit den Bauern sind inzwischen verlängert worden, so Böltl auf Nachfrage.

Schwerpunkt der Stiftung Nantesbuch ist der Aufbau einer Kultur- und Bildungsstätte in Nantesbuch. „Unser Konzept soll das unmittelbare Zusammenspiel von Kunst und Natur ermöglichen“, erklärt Stiftungs-Gründerin Susanne Klatten. Dabei werde dem Lernen von der Natur eine große Bedeutung zukommen. „Wir möchten den Menschen damit einen Raum für eigenes Erleben und zur kreativen Entfaltung geben“, beschreibt Klatten das Projekt.

Die Unternehmerin will dafür ein öffentliches Museum bauen, in dem zeitgenössische Kunstwerke aus der Altana-Kunstsammlung zum Thema Natur gezeigt werden. Klatten ist auch eine der Gesellschafterinnen der Altana-Kulturstiftung mit Sitz in Bad Homburg. Die Kunstwerke sollen von dort dauerhaft nach Nantesbuch umziehen.

Geplant sind laut Pressemitteilung zudem Räumlichkeiten, in denen umfangreiche Bildungsangebote für junge Menschen und Erwachsene zu kulturellen, ökologischen und wissenschaftlichen Fragestellungen durchgeführt werden. Die neuen Kultur- und Kunstorte sowie die Ausstellungsflächen werden auf Grundlage der vorhandenen Gebäudestrukturen von Nantesbuch entwickelt, heißt es. Wann das Museum in Betrieb geht, ist noch unbekannt. „Wir haben einen offenen Zeithorizont“, sagt Böltl

Die neu gegründete „Stiftung Nantesbuch für Kunst und Kultur“ ist eine Schwesternstiftung der Altana-Kulturstiftung und versteht sich als gemeinnütziges Vorhaben unternehmerischer Prägung. Die BMW-Erbin Susanne Klatten ist Gründerin und Gesellschafterin beider Stiftungen. Sie wird nach Fertigstellung des Museum häufig auf Nantesbuch sein, aber nicht dort wohnen. Alois Ostler

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