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Primizsegen: Pater Moses Hamm segnet die Gläubigen beim Festgottesdienst in der Benediktbeurer Basilika.

Primiz von Pater Moses Hamm

Ein Neupriester mit Leidenschaft

Benediktbeuern - Großer Festtag in Benediktbeuern: Das Klosterdorf feierte am Sonntag sein Patrozinium und zugleich die Primiz von Pater Moses Hamm. Beim anschließenden Pfarrfest gratulierten Groß und Klein dem Neupriester.

Es war ein langer Weg, gestern wurde das Ziel erreicht: Mit vielen Gläubigen feierte Pater Moses Hamm in der Basilika des Klosters Benediktbeuern seine Heimatprimiz. Ursprünglich stammt Johannes Hamm, wie er mit weltlichem Namen heißt, zwar aus Oberhausen in Nordrhein-Westfalen. Doch nachdem er mit seinen Eltern und Geschwistern nach Benediktbeuern gezogen war, fühlte er sich bald hier heimisch.

Einzug zum Festgottesdienst: Pfarrer Pater Heiner Heim (vorne) sowie (v. re.) Primizprediger Pater Bernhard Vosicky, Primiziant Pater Moses Hamm und Abt Maximilian Heim vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz.

Benediktbeuern sei seine „gefühlte Heimat“, habe der Primiziant bei seinem Empfang am Samstagabend gesagt, beschrieb Pfarrer Pater Heiner Heim in seiner Begrüßung vor Beginn des Primizgottesdienstes die Verbindung des Neupriesters mit dem Klosterdorf im Loisachtal. Beim festlichen Einzug in die Basilika waren auch einige Ordensgeistliche aus dem Stift Heiligenkreuz im Wienerwald dabei – dem dort ansässigen Zisterzienserorden war Pater Moses vor einigen Jahren beigetreten und dort hatte er am 11. Juni die Priesterweihe erhalten.

Dass die Primiz nun ausgerechnet mit dem hiesigen Pfarrfest zum Gedenktag des Pfarr-Patrons Benedikt zusammenfalle, sei ebenfalls eine sinnvolle Verknüpfung, erklärte Pfarrer Heim: „Der heilige Benedikt ist eine überragende Gestalt des Mönchstums im Abendland. Der Zisterzienserorden wiederum ist als Reformorden entstanden, der sich um die genaue Einhaltung der Benediktusregeln bemüht. Dieses Anliegen ist auch in unserer Zeit aktuell.“

Die Primizpredigt am gestrigen Sonntag hielt der Subprior von Heiligenkreuz, Pater Bernhard Vosicky. Anhand vieler persönlicher Daten und einzelner Stationen aus dem Leben des 39-jährigen Neupriesters zeichnete Vosicky dessen langen Weg des Sich-gewiss-Werdens nach. Denn obwohl Johannes Hamm schon als Dreizehnjähriger in das „Freunde-Buch“ seiner Schwester den Berufswunsch Priester niederschrieb, sollte es noch viele Jahre dauern, bis alle Zweifel ausgeräumt waren. So habe Johannes etwa während seines Kirchengeschichte-Studiums versucht, seinem Zwillingsbruder Christian, der Theologie studierte, den Priesterberuf nahezulegen.

Festliche Musik: Der Basilikachor und das Basilikaorchester mit Ingo Jahn an der Orgel gestalteten den Gottesdienst.

Neben Don Boscos Leitsatz „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ legte der Subprior dem neuen Pfarrer ans Herz, ein guter Beichtvater zu sein, der die Gläubigen ermutigt, „ein Hirte, der seine verlorenen Schafe sucht und zurückbringt, ein Diener Gottes, der gerecht und barmherzig urteilt.“ Als Geschenk überreichte Vosicky eine Benediktusmedaille an Pater Moses und das Buch „Passion für die Priester“ an dessen Mutter – der Vater ist im Februar vorigen Jahres gestorben.

Für die würdige musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten der Basilikachor mit Solisten sowie das Basilikaorchester und Ingo Jahn an der Orgel.

Gelegenheit zur Begegnung und zum Gespräch bot im Anschluss das Pfarrfest, das bei sommerlichen Temperaturen unter den Arkaden des Klosterhofs gut besucht war. Ein passendes Lied mitgebracht hatte dazu auch der Bichler Kinderchor mit Kathi Pössenbacher: „Hast du den Mann aus Nazareth gesehen? Er wollte hier vorübergehn...“ Den Primizsegen für die Gläubigen gab es auch am Abend am Ende einer Dankandacht.

Primiz von Pater Moses Hamm in Benediktbeuern

Rosi Bauer

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