Prinz-Heinrich-Kaserne ist verkauft

Lenggries - Fünf Jahre stand sie leer, jetzt ist sie verkauft: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat die Lenggrieser Kaserne an zwei Gesellschaften veräußert.

Bei den Käufern handelt es sich um die beiden Projektgesellschaften Luitpolderhöfe GmbH & Co. KG und die luxemburgische Arcavest Project Clejan S.à.r.l.. "Alle Personen haben eine Verankerung in Lenggries", sagt Rechtsanwalt Dr. Michael Wondra, der die Investoren vertritt, auf Anfrage. Näheres zu Hintergründen und Plänen könne er momentan noch nicht sagen.

Bei der Gemeinde ist man derzeit eher beunruhigt über die Entwicklung in Sachen Kaserne. Das liegt auch daran, dass die Informationen eher spärlich fließen. "Wir wissen nicht einmal, ob alles verkauft wurde oder nur Teile“, sagt Vize-Bürgermeister Franz Schöttl, der derzeit die Amtsgeschäfte führt. Was ist beispielsweise mit der Sportanlage, an der die Kommune seit Jahren Interesse hat? "Wir haben die gesamte Liegenschaft inklusive Sportanlage verkauft", bestätigt Hans-Peter Fehr von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) dem Tölzer Kurier. Das dürfte ein schwerer Schlag für die Lenggrieser Sportvereine sein, schließlich bietet der Kasernenplatz die einzigen Leichtathletik-Anlagen im Dorf.

Dass ist aber nicht Schöttls einzige Sorge. Er befürchtet auf dem 15 Hektar großen Areal nun eine Entwicklung, die die Gemeinde Lenggries nicht verkraften kann. Schuld daran ist ein Schreiben des Landratsamtes an die Bima. "Zu unserem Entsetzen und Unverständnis hat die Baujuristin darin die Aussage getroffen, dass es sich um einen Innenbereich handelt", sagt Schöttl. "Wir gehen dagegen von einer Außenbereichslage aus und tun das auch weiterhin." In diesem Fall wäre eine Entwicklung der Fläche kaum möglich. Geht man dagegen von einem Innenbereich aus, wäre theoretisch auch großflächiger Wohnungsbau denkbar. "Dagegen werden wir uns mit allen Mitteln wehren", kündigt Schöttl an. Ein Zuzug von 500 oder 1000 Einwohnern in kurzer Zeit wäre für die Infrastruktur des Ortes nicht verkraftbar.

Über den Kaufpreis bewahrt die Bima übrigens Stillschweigen.

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