Mit Blick auf den Kochelsee: In sechs riesigen Druckrohren schießt das Wasser ins Walchenseekraftwerk. Foto: Pröhl

Pumpspeicher am Walchenseekraftwerk: Es bleibt bei der Idee

Kochel am See - Elektrizität aus Wasserkraft: Umweltfreundliche Stromerzeugung gewinnt in Zeiten der Energiewende immer mehr Bedeutung. Ein Murnauer Ingenieur regt an, das Walchenseekraftwerk um einen Pumpspeicher nachzurüsten.

Schon in jungen Jahren war er als Ingenieur im Kraftwerksbau eingebunden. In seinem Ruhestand treibt Peter Stademann die Frage um: Wo geht die Energiereise hin? Der pensionierte Murnauer Diplomingenieur schlägt vor, das Walchenseekraftwerk um ein Pumpspeicherkraftwerk zu erweitern. Bei einer Diskussionsveranstaltung machte er im Frühjahr den SPD-Landtagsabgeordneten Ludwig Wörner auf seine Idee aufmerksam. Jetzt hat Stademann seine Ideen zu Papier gebracht. Mittelpunkt seiner Überlegungen: Ein Pumpspeicherkraftwerk würde die Versorgungssicherheit im Oberland verbessern.

Dem Murnauer schwebt ein eigenständiges Kraftwerk vor, das Wasser aus dem Kochelsee wieder in den Walchensee hinaufpumpt. Der Höhenunterschied von 200 Metern zwischen den beiden Gebirgsseen wird bekanntlich seit 1924 zur Stromerzeugung genutzt. In sechs riesigen Druckrohren schießt das Wasser ins Tal, das die Turbinen des Kraftwerks antreibt. Warum also nicht das Wasser mit Nachtstrom wieder hinaufpumpen?

Diese Idee taucht immer wieder auf, so Carolin Patzner von Eon-Wasserkraft. Die Ingenieure des Energieversorgers haben sich vor Kurzem wieder den Kopf darüber zerbrochen - und sind ein weiteres Mal zu dem Ergebnis gekommen: Ein derartiges Pumpspeicherkraftwerk ist nicht zu verwirklichen. Es sei technisch nicht machbar, wirtschaftlich nicht sinnvoll und genehmigungsrechtlich nicht durchzusetzen. „Es ist ja nicht so, dass wir das nicht machen wollten“, sagt Patzner. Aber es gebe viele Gründe, die gegen eine Verwirklichung sprechen. Ein Pumpspeicherkraftwerk würde nach Berechnungen zu großen Seepegel-Schwankungen im Kochelsee führen. Das hätte erhebliche Auswirkungen vor allem auf die touristische Nutzung, sagt Patzner.

Ein gewichtiges ökologisches Argument sei, dass der Walchensee als Trinkwasser-Reservoir für die Landeshauptstadt München ausgewiesen ist. Deshalb könne man in den Walchensee kein Wasser aus dem Kochelsee pumpen, der von der Loisach gespeist wird. Sie ist bekanntlich Vorfluter für viele Oberlieger-Gemeinden.

Grund genug, die Finger von den Plänen zu lassen, hatte Landrat Josef Niedermaier bereits im Dezember vergangenen Jahres gesagt. Er hatte die Vision eines Pumpspeicherkraftwerks schon mehrfach mit der Eon-Konzernspitze diskutiert und hausintern in der Kreisbehörde prüfen lassen. So bleibt vorerst alles beim Alten im historischen Walchenseekraftwerk. Patzner: „Eon ist stets für alle brauchbaren Vorschläge aufgeschlossen.“ (ao)

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