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Ließ eine große Spinne über die Köpfe des Publikums schweben: Sprecherin Julie Fellmann.

Allianzsaal im Kloster Benediktbeuern

Märchenhafter Auftritt von Quadro Nuevo

Benediktbeuern - Träumen ist schöner als regieren: Das war das Thema eines Märchens mit klaren Bezügen zu Ludwig II, das  Erzählerin Julie Fellmann nun begleitet von der Gruppe Quadro Nuevo einem begeisterten Publikum darbot.

Seit vielen Jahren sind die Musiker von Quadro Nuevo nicht nur in Bayern ein Garant für spannende, oft virtuose und emotionsgeladene Musik. Ob mit Tango oder Filmmusik, immer wieder hat das Ensemble sein Publikum überraschen und begeistern können.

Am vergangenen Freitag waren sie im Kloster Benediktbeuern zu Gast und hatten nicht nur für ihre erwachsenen Fans etwas dabei. Am Nachmittag schon boten sie einen Auftritt für Kinder. Und die Musiker hatten sich einiges einfallen lassen für ihren musikalischen Märchennachmittag im Allianzsaal.

Es fing damit an, dass jeder Musiker und jedes Instrument erst einmal vorgestellt wurden. Von der „Harfenarbeiterin“ Evelyn Huber bis zu Andreas Hinterseher mit der „Quetschkommode“, wie man sein Akkordeon auch nennen darf. Dass manche Kinder den Kontrabass von Didi Lowka für eine Gitarre hielten, zeigte, wie notwendig diese Einführung war, bei der auch geklärt wurde, dass Mulo Francel keine Trompete, sondern ein Saxofon spielte. Dabei war vom ungewöhnlichsten Instrument des Abends noch gar nichts zu sehen. Das war nämlich die Singende Säge, die erst im zweiten Teil des Programms auf der Bühne stand und von Ralph Stövesandt gestrichen wurde.

Erzählt wurde die sentimentale Geschichte eines unglücklichen Königs, der lieber träumte als regierte, und in dem ein Kind aus dem Publikum schon vor Beginn des Konzerts Ludwig II. vermutete. Explizit wird das zwar in der Erzählung nicht gesagt, aber der Verdacht drängt sich auf. Und das ebenso geheimnisvolle wie tragische Ende des „Märchenkönigs“ im Starnberger See erfuhr hier eine weitere haarsträubende Deutung, bei der eine Seejungfrau mit im Spiel war.

Ein ganz besonderer Spaß bei dieser Veranstaltung war, dass sich die Musiker von Quadro Nuevo am Geschehen beteiligten. Sie lieferten nicht nur den musikalischen Hintergrund, der zum Beispiel in Form einer geheimnisvollen Melodie eine wichtige Rolle spielte. Sie sprachen auch voll Begeisterung die Rollen der drei Minister, die dem König keine Ruhe und vor allen Dingen keine Zeit zum Träumen lassen. Dafür stellte sich einer der Minister sogar auf den Kopf – was dem Publikum natürlich gefiel.

Julie Fellmann, die sich das Märchen ausgedacht hat und es auch erzählte, zeigte viel Freude daran, eine große, haarige Spinne an einer Angel über den Köpfen des Publikums kreisen zu lassen und sie manchem auch auf den Kopf zu setzen. Schön war, dass Quadro Nuevo die Kinder, zumindest ganz am Anfang, mit genau jener Musik begeisterten, die sie auch in ihren Konzerten für Erwachsene spielen. Richtig lustig wurde es noch, als die Musiker am Ende der Nachmittagsvorstellung mit allen Anwesenden zusammen das Lied von den drei Chinesen mit dem Kontrabass sangen. Didi Lowka „verpasste“ den Einsatz zu seinem Kontrabasssolo und musste deshalb besonders schnell spielen, das Akkordeon klang viel leiser als befürchtet und ein Kind aus dem Publikum durfte an der Cajon sein Rhythmusgefühl beweisen und mit Quadro Nuevo zusammen spielen. 

Heribert Riesenhuber

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